(Foto: privat)
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Duisburg. Die Stärkung des Radverkehrs ist in aller Munde: Klimafreundlich, gesundheitsfördernd und günstiger als der PKW-Verkehr wird Radfahren immer beliebter. Die Politik kann nach Ansicht der Fraktionen von DIE GRÜNEN und DIE FRAKTION DIE LINKE PARTEI die Voraussetzungen für sicheres Radeln schaffen. Die beiden Fraktionen sind bereit dazu und brachten einen gemeinsamen Antrag für Fahrradstraßen in die Bezirksvertretung Duisburg-Mitte ein.

Wer häufig mit dem Fahrrad in Duisburg unterwegs ist, kennt die Problematik: Marode oder zu enge Radwege, gefährliche Situationen mit parkenden oder fahrenden Autos, Einschränkungen durch Baustellen zulasten des Radverkehrs und so weiter. Abhilfe können Fahrradstraßen schaffen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die Fahrbahnen dem Rad vorbehalten sind, allerdings kann man Ausnahmen für Anliegerverkehr oder Rollschuhe etc. erlauben. Dadurch werden die Wohngebiete ruhiger, weil kein Durchgangs- oder Schleichverkehr gestattet ist. Zusätzliche Maßnahmen wie Einbahnregelungen können zudem die Zahl der Anwohnerparkplätze erhöhen. Es passieren in Fahrradstraßen viel seltener Unfälle und wenn, dann verlaufen sie weniger schwer.

In Neudorf handelt es sich bei dem Fahrradstraßenvorschlag von den Fraktionen von DIE FRAKTION – DIE LINKE PARTEI und DIE GRÜNEN um die gesamte Grabenstraße, beginnend an der Mülheimer Straße bis hinunter zur Karl-Lehr-Straße. An der Strecke liegen viele Kindergärten und Grundschulen, eine weiterführende Schule sowie ein Seniorenheim, sodass auch die schwachen Verkehrsteilnehmer:innen von der Fahrradstraße profitieren würden. Dr. Gabriele Siegert sitzt für DIE GRÜNEN in der Bezirksvertretung Mitte und wird deutlich: „Eine Verkehrswende hin zu emissionsfreiem Verkehr, also Rad- und Fußverkehr, muss endlich in Duisburg stattfinden. Sie ist ein wichtiger Beitrag, um den Klimawandel aufzuhalten. Straßen zu Fahrradstraßen zu machen, erhöht die Sicherheit für den Radverkehr. Das macht den Umstieg aufs Rad für viele Menschen erst möglich.“

Auch für die sichere Durchquerung Hochfelds ist eine gute Strecke bei Erkundungstouren mit Menschen aus dem „KlimaEntscheid Duisburg“ gefunden worden: Von der Wallstraße könnte die Fahrradstraße bis zur Grunewaldstraße reichen oder sogar bis zur Paul-Esch-Straße. Herbert Fürmann ist verkehrspolitischer Sprecher der Ratsfraktion DIE LINKE und zuversichtlich: „Unsere beiden Fahrradstraßen sind gute Beispiele, wie auch die Schulwege sicherer gemacht werden können, denn mit ihnen werden viele Schulen und Kitas in Neudorf bzw. Hochfeld und Dellviertel erschlossen. Durch die sicheren und attraktiven Radrouten würde sich die Anzahl der Elterntaxis verringern, was weiter zur Sicherheit der Schulwege beiträgt. Außerdem ist das Fahrrad das sozialste aller Verkehrsmittel, es ist preiswert und kann von (fast) jedem einfach und ohne aufwändige Vorbereitung genutzt werden.“

Der Antrag wurde mit den Stimmen von SPD und CDU abgelehnt, obwohl sie in anderen Duisburger Bezirksvertretungen selbst Fahrradstraßen beantragt hatten.  Gabriele Siegert und Herbert Fürmann bedauern, dass Parteipolitik wichtiger als Sachpolitik zu sein scheint: „Schade, hier hätten wir gemeinsam die Straßen in Duisburg-Mitte sicherer machen können. Wir werden uns aber weiterhin für einen klima- und menschenfreundlichen Stadtverkehr einsetzen.“

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