(Foto: privat)
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Moers. Sie heißen Jun, Jordan, Hayden, Sasha, Winnie, Puh, Kanga, Roo und Rabby und warten im Tierheim Moers auf ein neues Zuhause. Nein, eigentlich warten sie nicht auf ein neues Zuhause … eigentlich verstecken sie sich nur – denn sie wissen gar nicht, was ein Zuhause ist.

Die neun Kitten sind draußen geboren und von einer Mutter großgezogen worden, die sie gelehrt hat, achtsam zu sein. Sie wissen nicht, wie schön gestreichelt werden ist und wie viel Spaß es macht, mit einem Menschen zu spielen. Angst und Misstrauen lässt ihnen noch keinen Raum, ihrer Neugier nachzugeben und den Menschen kennenzulernen.

Es handelt sich um zwei Würfe, die unabhängig voneinander an unterschiedlichen Stellen gesichert wurden. Was aus ihren Müttern geworden ist, ist leider nicht bekannt, aber man kann davon ausgehen, dass ihnen etwas zugestoßen ist, wenn sie ihre Kitten zurücklassen. Auch wenn die Kitten bereits feste Nahrung fressen, wären sie zu klein gewesen, um alleine draußen zu überleben. Ohne gefunden und gesichert worden zu sein, wären sie verhungert oder auf andere Art gestorben. Ein Schicksal, dass viele Katzen und Kitten erleiden, die als verwilderte Hauskatzen auf Hinterhöfen, Bauernhöfen, Werksgeländen o. ä. ums Überleben kämpfen.

Ein Schicksal, das nicht sein bräuchte, wenn endlich jeder Katzenhalter verstehen würde, dass unkastrierte Freigänger nicht “natürlich” sind, sondern dazu beitragen, dass wilde Katzenpopulationen nicht eingedämmt werden können, dass Krankheiten weitergetragen werden und Elend und Tod nach sich ziehen. Eine flächendeckende Katzenschutzverordnung, die Kastration und Kennzeichnung vorschreibt, ist längst überfällig und die Umsetzung solcher Verordnungen in Städten und Kreisen, wo es sie bereits gibt, muss endlich mehr Gewicht bekommen.

Doch was wird nun aus den neun verängstigten Kitten? Für sie sucht das Tierheim Moers Menschen, die ihnen zeigen, wie schön ein Zuhause ist. Menschen, die ihnen mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen ihre Ängste nehmen können. Menschen, zu denen sie gerne zurückkommen, wenn sie als erwachsene, kastrierte Katze aus ihrem Freigang heimkommen.

Halbwilde Kitten aufzunehmen ist oftmals eine Herausforderung an die Geduld. Man muss kleine Fortschritte erkennen wollen und sich darüber freuen können, um nach einer Zeit – deren Dauer allein die Katze bestimmt – für all die Geduld belohnt zu werden.

Das Tierheim vermittelt Kitten grundsätzlich nicht in Einzelhaltung; nur zu zweit oder zu bereits vorhandenen ähnlich alten Katzen. Bei Interesse an den jungen Wilden stehen die Mitarbeiter des Tierheims von Montag bis Freitag 14 – 17 und Samstag 13 – 16 Uhr für telefonischen Erstgespräche zur Verfügung.

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