Aus Münster war Bischof Felix Genn nach Moers gekommen, um das Fest der 150-jährigen Kirchweihe von St. Josef zu feiern (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)
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Moers. Bischof Genn in Moers: „Auf die Sterne blicken, aber auch auf den Staub“

Die Freude darüber, wie viele Menschen am 27. und 28. August gemeinsam mit der Pfarrei St. Josef das 150-jährige Bestehen der Kirche am Kastellplatz feiern, war Pfarrer Herbert Werth anzusehen. Viel los war schon am Samstag, an dem es eine, so sagt es Werth, „fulminante Mischung aus Klassik, Jazz und Kirchenmusik gab“, dazu Bilder aus der Geschichte der Stadt Moers sowie aus den Tiefen des Universums. „Wir hatten vorher gesagt, dass das ein Fest nicht nur für unsere Gemeinde, sondern für ganz Moers und über die Stadtgrenzen hinaus sein soll und ich bin froh, dass uns das gelungen ist“, betonte der Pfarrer.

Voll ist es auch am Sonntagmorgen, als Bischof Dr. Felix Genn in die Kirche einzieht. So voll, dass einige Gemeindemitglieder lieber auf den Kastellplatz ausweichen und, auf Bierbänken im Schatten der Bäume, den Gottesdienst auf einer großen Leinwand neben der Bühne mitfeiern. Im Laufe des Tages werden auf der Bühne noch zahlreiche Chöre auftreten, Spielstationen für Kinder und kalte Getränke für die Erwachsenen laden zum Verweilen ein, während Kirchenmusiker Arnim Bartetzky durch das Programm führt. Da er während des Gottesdienstes den Kirchenchor St. Josef sowie ein Holzbläser-Quintett der Duisburger Philharmoniker durch die Bruckner-Messe dirigierte, übernahm Bartetzkys Platz an der Orgel übrigens der Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Moers, Eun-Sup Jang.

Bischof Genn bedankte sich für die Einladung nach Moers. „Eigentlich jährt sich die Weihe der Kirche bereits zum 151. Mal, aber aufgrund der Pandemie konnte im vergangenen Jahr nicht gefeiert werden“, erinnerte er. In seiner Predigt griff er das Motto des Festwochenendes, „Stein- und Sternenstaub“ auf und erinnerte an die Geschichte sowohl der Kirche als auch der Stadt. „Es hat sich viel Staub angesammelt, aber wir danken auch für das Sternenlicht, das immer wieder aufgeleuchtet ist“, betonte er. Bei der Feier dürfe man auf die Sterne blicken, aber auch auf den Staub.

In Zukunft brauche die Kirche ein „demütiges Selbstbewusstsein“, es gebe keinen Grund, sich „nach vorne zu schieben“, sagte er mit Bezug auf den zuvor vorgetragenen Auszug aus dem Lukasevangelium (Lk 14,1.7-14). „Nur, wenn die Kirche den Blick für die Ärmsten der Armen behält, ist sie ein Morgenstein in der langen Nacht“, erklärte der Bischof. Sie werde daran gemessen, ob sie Arme, Kranke und Flüchtlinge integriere. „Das ist hier in Moers schon oft geschehen, und jeder kann in seinem Umfeld tätig werden.“ Das könne aus dem christlichen Selbstverständnis heraus geschehen, aber auch in Zusammenarbeit mit Menschen, die nicht dem Christentum angehören. „Und: Warum nicht?“, fragte Bischof Genn zum Ende seiner Predigt.

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