Claudia Salwik (Foto: SPD)
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Oberhausen. Die Verabschiedung des städtischen Gleichstellungsplans hat am Montag in der Ratssitzung die Gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Claudia Salwik, genutzt, um einen Blick auf den Stand der Geschlechtergerechtigkeit zu werfen. Ihr Fazit ist wenig euphorisch: „Männer haben den Vortritt in Sachen Einkommenshöhe und Karriere, Frauen das Nachsehen und die Hauptverantwortung für familiäre Belange“, so ihr Fazit, obwohl der aktuelle Gleichstellungsplan anderes anstrebe: „Eine partnerschaftliche Vereinbarkeit ist das Ziel, das viele Familien anstreben und auch leben wollen.“

Doch wie weit dieses Ziel noch entfernt sei, zeige beispielsweise ein Blick auf die Stadtverwaltung als Arbeitgeberin: Dort stellen Männer in der Gruppe der Teilzeitbeschäftigten nur sieben Prozent; Elternzeit nahmen im Berichtszeitraum des Gleichstellungsplans fünf Männer, bis zu einem Jahr hat es einer von ihnen geschafft – dagegen gingen 75 Frauen in Elternzeit, im ersten Jahr kehrte nur eine von ihnen zurück. „In der Konsequenz bleiben Frauen über Jahre, teilweise Jahrzehnte in Teilzeit, und das wird am Ende des Berufslebens für einige die sichere Altersarmut bedeuten“, stellte Claudia Salwik fest. Verlieren würden dadurch letztendlich alle: „Für Männer bedeutet das zwar erfolgreichere Erwerbsbiografien, allerdings verhindert die Sorge vorm ,Karriereknick Kind‘, dass Männer hier ihren Mann stehen und familiäre Verantwortung übernehmen.“

Hier sei auch eine Aufgabe von Politik: „Wir müssen uns selbstkritisch fragen, inwiefern es uns als Politik gelungen ist, dieser Ungleichheit entgegenzuwirken.“ Ein Blick aufs Podium zeige, wie weit der Weg sei: „Die versammelte Stadtspitze ist schließlich so weit weg von Parität wie nur möglich – das darf 2022 nun wirklich niemanden mehr zufrieden stellen.“

Dass dies alles so ist, liege nicht an zu wenigen Maßnahmen oder Möglichkeiten, so Claudia Salwik. „Es ist eine Haltungsfrage, die uns als Politik dazu bringen muss, hier keinen Schritt zurück zu akzeptieren.“ Das Ziel sei schließlich mehr als erstrebenswert: „Es geht nicht darum, Frauen zu befreien und in Positionen zu befördern, einfach weil sie Frauen sind. Es geht darum, uns alle zu befreien.“

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