Margit Post mit ihrem ersten und einem ihrer letzten Tagespflegekinder (Foto: Rhein-Kreis Neuss)
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Rhein-Kreis Neuss/Korschenbroich. Ende Juli öffnete die Glehnerin Margit Post, die viele Jahre lang als Tagesmutter gearbeitet hatte, zum letzten Mal die Tür zu ihrer Kindertagespflegestelle. Etwas später wurde sie mit einer großen Überraschungsfeier in den Ruhestand verabschiedet. Diesen Tag hatte ihre Familie schon lange im Voraus geplant und hierzu alle ehemaligen und aktuellen Tageskinder mit ihren Familien eingeladen.

Weil der Platz im Garten für die rund 110 Gäste nicht ausreichte, traf sich die Gruppe rund um den Kinderspielplatz am Nikolauskloster. Auch die Mitarbeiterinnen des Fachbereichs Kindertagespflege des Kreisjugendamtes waren gekommen, um Margit Post für ihre 37-jährige Tätigkeit als Tagesmutter zu danken. In dieser Zeit betreute sie 67 Kinder. „Einige waren bei mir bis zum Übergang in die Kita, einige sogar teilweise auch noch bis in die Schulzeit als Ergänzung zur Kita“, blickt sie zurück.

Begonnen hat ihr beruflicher Weg als Tagesmutter 1985 nach der Geburt ihres zweiten Kindes Sarah, die mittlerweile ebenfalls in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten und als Tagesmutter tätig ist. Margit Post stand als gelernte Erzieherin und zweifache Mutter vor der Herausforderung, Beruf und Familienleben miteinander zu vereinbaren. „Durch die Schichtarbeit meines Ehemannes musste ich meine eigene Berufstätigkeit zeitlich an seine Arbeitszeiten anpassen“, berichtet sie. „So entstand der Plan, Tagesmutter zu werden.“

Auf diese Weise konnte sie ihren Wunsch, weiterhin Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu fördern, mit den Bedürfnissen ihrer eigenen Familie in Einklang bringen. Eine Anfrage aus der Nachbarschaft für die Betreuung ihres ersten Tagespflegekindes kam dann genau zur richtigen Zeit und Margit Post nahm Kontakt zum Kreisjugendamt auf, um sich über die weitere Vorgehensweise zu informieren. Dies war der Beginn ihrer Tätigkeit als „Kindertagespflegeperson“, so die offizielle Bezeichnung, und der Aufnahme weiterer Tagespflegekinder stand somit nichts mehr im Weg.

Im Rückblick schildert die Glehnerin, was ihr am Herzen lag: „Ich habe versucht, die mir anvertrauten Kinder stets liebevoll, aber konsequent in ihrem Handeln zu begleiten. Wichtig war mir auch, sie nach ihren individuellen Bedürfnissen zu fördern.“ Die Elternarbeit spielte ebenfalls eine große Rolle bei ihrer Tätigkeit. So legte sie Wert darauf, den Eltern mit Rat und Tat in pädagogischen Fragen zur Seite zu stehen oder sie auch in schwierigen familiären Situationen zu unterstützen.

Margit Post bezeichnet ihre Familie auch gerne als „Tagesfamilie“: „Meine eigenen Kinder sind mit den Tageskindern groß geworden und auch mein Mann Stefan war immer Teil der Tagesfamilie, indem er mich wo immer es möglich war unterstützte, zum Beispiel, indem er für alle kochte, wenn er zuhause war.“ Zum Abschied aus der Kindertagespflege hat Margit Post stets jedem einzelnen Kind beim Übergang in die Kita einen Abschiedsbrief geschrieben mit den Worten: „Es war schön, dass ich dich ein Stück des Weges begleiten durfte.“ Die Gäste der Abschiedsfeier konnten dem nur zustimmen und dankten Margit Post für den gemeinsamen Weg.

Info-Kasten:

Wer sich für Tätigkeit als Kindertagespflegeperson interessiert, wendet sich an das Jugendamt des Rhein-Kreis Neuss. Dieses ist zuständig für Korschenbroich, Jüchen und Rommerskirchen. Ansprechpartnerinnen sind Daniela Hansen (Tel. 02161 /6104-5117, E-Mail: daniela.hansen@rhein-kreis-neuss.de und Janine Raab (Tel. 02161 6104-5135, E-Mail: janine.raab@rhein-kreis-neuss.de).

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