Freuen sich über die hohe Spendensumme für die Ukraine: Michaela Töns und Stephan Abel als Veranstalter sowie Bürgermeister Frank Hasenberg (Foto: privat)
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Wetter (Ruhr). Seit mittlerweile zehn Jahren verwandelt sich der Hof von Michaela Töns und Stephan Abel immer am letzten Wochenende der Sommerferien zu einem kleinen Festivalgelände. Dann kommen Besucher:innen von nah und fern zusammen, um gemeinsam bei guter Musik eine schöne Zeit zu verbringen.

Freuen sich über die hohe Spendensumme für die Ukraine: Michaela Töns und Stephan Abel als Veranstalter sowie Bürgermeister Frank Hasenberg

Bands verschiedener Musikrichtungen finden sich auf der Bühne ein. Davor wird getanzt, geredet, gemeinsam gegessen, auf der Wiese gezeltet- einfach ein entspanntes Wochenende verbracht. Für viele ist die Teilnahme mittlerweile zur festen Tradition geworden. Man freut sich einfach auf altbekannte Gesichter und das Wiedersehen. Die Altersspanne reicht dabei nach Angaben von Michaela Töns von „0-80“.

Trotz des Altersunterschieds und der knapp 400 Besucher:innen geht es jederzeit friedlich zu. Einen Grund sieht Töns darin, dass das Konzept von kommerziellen Festivals abweicht. Eintrittskarten gibt es nicht, Werbung wird nur über Mund-zu-Mund Propaganda gemacht. Die Bands kommen über Freunde oder deren Empfehlungen. Sie spielen ohne Gage, maximal für eine Aufwandsentschädigung, wenn sie eine weitere Anreise haben. Wer einen Bierwagen oder einen Foodtruck erwartet, sucht vergebens: Die Verpflegung wird von den Gästen selbst übernommen. Das ist Bestandteil des Konzepts und fördert das Gemeinschaftserlebnis. Lediglich ein Teil der Infrastruktur wie Kühlschränke und Grills werden gestellt. Alles andere tragen die Gäste selbst dazu bei. Finanziert wird das Festival einzig allein über Spenden.

Ein Teil der Spenden wird für die Unkosten wie Strom und Toilettenwagen verwendet, aber jedes Jahr bleibt eine beträchtliche Summe übrig, um für einen guten Zweck zu spenden. Meistens bleibt das Geld in Wetter und Umgebung. „Wir entscheiden erst im Nachhinein, an wen wir spenden. Dabei greifen wir auch Anregungen von Gästen auf“, so Stephan Abel. „Immer dort, wo gerade besonders Bedarf ist“, ergänzt Michaela Töns. So wurde ein Jahr der Brotkorb bedacht, in einem anderen Jahr gingen die Mehreinnahmen an die Krebshilfe. Vom gewohnten Konzept wurde in diesem Jahr allerdings abgewichen.

Schon im Vorfeld war klar, dass das überschüssige Geld an die Ukraine gespendet werden soll. Und so wurde es auch kommuniziert: Woodstorch wurde zu einem Benefiz-Festival. Dass die Anteilnahme an dem Schicksal der vielen notleidenden Ukrainer:innen groß ist, ist an der Höhe der Summe zu erkennen. Sind es sonst um die 500 Euro, die gespendet werden, kam in diesem Jahr eine Summe von 3.360 Euro zusammen.

Darüber freuen sich die Woodstorch-Gründer sehr und ihr ausdrücklicher Dank geht an alle Spender:innen. Ein weiterer Dank geht an die Nachbarschaft, die das Festival nicht nur akzeptiert, sondern zudem größtenteils gerne besucht. Auch das ist für ein friedliches und fröhliches Wochenende wichtig. Die Namenswahl ist übrigens treffend: Angelehnt an das Original, das das friedvolle Miteinander immer in den Mittelpunkt gestellt hat, und an den Ort, wo es hier in Wetter (Ruhr) stattfindet.

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