Marc Blondin MdL (Foto: THEO MUELLERS)
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Krefeld. Krefelds CDU-Kreisvorsitzender Marc Blondin MdL hat den Vergleich von offensivem Betteln mit einem politischen Informationsstand durch Bürgermeister Karsten Ludwig (Grüne) in einer Ausschuss-Sondersitzung zum Stärkungspaket für die Krefelder Innenstadt zurückgewiesen.

Blondin erklärte, ein „solcher Bezug“ sei „nicht nur abwegig und ein Affront gegen unsere Wahlkämpfer“, sondern ziehe „diese traurige Thematik und ihre Hintergründe zudem in einer völlig unangemessenen Weise ins Lächerliche“. Für jeden sei offensichtlich, dass „die politische Information der Bürgerinnen und Bürger nicht mit offensiver Bettelei gleichgesetzt werden“ könne. Wichtiger sei jedoch, dass sich die Politik „mit den Hintergründen des zunehmenden Bettelns in der Krefelder Innenstadt auseinandersetzen“ müsse, anstatt sich „in völlig falscher Weise mit den Bettelnden zu solidarisieren“.

Dazu Blondin wörtlich: „Betteln ist nicht die Ausübung eines individuellen und gesellschaftlichen Rechts, sondern Ausdruck einer schweren persönlichen Notlage“. Wichtig sei dabei, sich „auch einmal mit den Gründen für die Zunahme solcher Erscheinungen in unserer Gesellschaft zu beschäftigen“. Als wesentliche Ursachen nannte Blondin „den Verfall traditioneller Familienstrukturen, die Zurückdrängung persönlicher Verantwortung gegenüber einer Allgegenwart staatlicher Hilfsmechanismen sowie die kaum erträgliche Banalisierung und Gleichgültigkeit im Umgang mit Rauschmitteln, die von der Partei von Karsten Ludwig bundespolitisch noch weiterbefördert“ werde.

Die Idee eines „Anspruchs auf offensives Betteln“ beruhe auf einem „objektiv falschen Rechts- und Freiheitsverständnis“, so der Politiker. Er wolle „ausdrücklich dafür werben, dass wir uns in Krefeld, im Land und auch darüber hinaus mit der Bekämpfung von Ursachen für jene Not auseinandersetzen, deren Symptom dann letztlich unter anderem auch das Betteln ist“.

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