Visualisierung des umgebauten und modernisierten Lohheidestadions (Foto: Hellmich Unternehmensgruppe / HPP Architekten)
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Bochum. Im Sommer 2025 wird das umgebaute und modernisierte Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid seine Premiere als einzige Sportanlage für Freiluft-Leichtathletik-Events in Nordrhein-Westfalen feiern: Der internationale Hochschulsportverband, die Fédération Internationale du Sport Universitaire (FISU), trägt im Juli 2025 die FISU World University Games in der Metropolregion Rhein-Ruhr aus – die Leichtathletik-Wettbewerbe der bis 2020 als Universiade bekannten Multisportveranstaltung finden in Bochum statt. Nach seiner Modernisierung ist das Lohrheidestadion das erste und einzige Leichtathletikstadion für nationale und internationale Sportgroßveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen, das den Anforderungen der FISU und des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) gerecht wird. Die Umbauarbeiten sollen im ersten Quartal 2023 beginnen. Den Realisierungsbeschluss hat der Rat der Stadt Bochum am Donnerstag, 29. September, gefasst.

Vor knapp zwei Jahren, im November 2020, haben die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Andrea Milz, und Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch eine gemeinsame Absichtserklärung zur Modernisierung des Lohrheidestadions in Bochum-Wattenscheid unterzeichnet. Das Ziel: eine moderne Sportanlage in Nordrhein-Westfalen zu schaffen, in der sich Leichtathletinnen und Leichtathleten bei nationalen und internationalen Wettkämpfen miteinander messen können. „Das Lohrheidestadion wird sich nach der Modernisierung zu einer erstklassigen Sport- und Eventstätte mit großer Strahlkraft entwickeln. Es ist dann das einzige Stadion in Nordrhein-Westfalen, in dem Deutsche Freiluft-Leichtathletik-Meisterschaften und im Jahr 2025 die World University Games stattfinden können. Über dieses Alleinstellungsmerkmal freuen wir uns sehr“, sagt Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. Aufgrund der überregionalen Bedeutung des Lohrheidestadions als herausragender Veranstaltungs- und Begegnungsort haben sich das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Bochum geeinigt, den Umbau gemeinsam zu planen und zu realisieren. Staatssekretärin Andrea Milz teilt die Freude auf die neue Vorzeigesportanlage: „Mit dem modernisierten Bochumer Lohrheidestadion haben wir eine Sportstätte in Nordrhein-Westfalen, die die höchsten Qualitätskriterien eines Leichtathletikstadions erfüllt. Ich freue mich, dass mit Fördermitteln des Landes das Lohrheidestadion in den kommenden Jahren zu einer erstklassigen Trainings- und Wettkampfstätte modernisiert wird und Sportlerinnen und Sportler der ganzen Welt ihr Können bei Großsportveranstaltungen wie den FISU World University Games 2025 im Sportland.NRW unter Beweis stellen können.“

Mit dem modernisierten Lohrheidestadion eignet sich Bochum zudem als Gastgeberstadt für die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften im Jahr 2026. Voraussetzung dafür sind ausreichend überdachte Kapazitäten, wie sie der DLV fordert. Künftig wird das Lohrheidestadion mit 16.387 überdachten Publikumsplätzen – 8.367 Stehplätze und 8.020 Sitzplätze – diese Anforderungen erfüllen. Nord- und Südtribüne werden erstmals überdacht, das Dach der Osttribüne wird erneuert und die alten Sitzschalen werden ausgetauscht. Die Westtribüne wird komplett neu gebaut und erhält einen Lounge-Bereich, in dem bis zu 800 exklusiv geladene Gäste Platz finden. Auf der neuen Westtribüne sind außerdem 38 Rollstuhlplätze und 15 Sehbehindertenplätze vorgesehen. Auf dem gesamten Stadionareal werden zusätzliche Parkplatz- und Aufstellflächen geschaffen, eine neue Kalthalle sowie eine neue Leichtathletik-Trainingsanlage entstehen und der Umkleidebereich an der Turnhalle Lohrheidestraße wird neu gebaut. Hinter der Südtribüne sorgt eine Schallschutzwand dafür, dass die Anwohnerinnen und Anwohner in der Nachbarschaft des Stadions von der Geräuschkulisse bei Veranstaltungen nicht gestört werden. Mit den Umbaumaßnahmen ist die Baugesellschaft Walter Hellmich GmbH aus Dinslaken beauftragt, die Planung übernimmt das renommierte Büro HPP Architekten GmbH aus Düsseldorf. Die Projektsteuerungsleistungen übernimmt die Dortmunder Firma assmann GmbH mit dem Institut für Sportstättenberatung GmbH (IFS) als Nachunternehmer.

Die voraussichtlichen Kosten für Umbau und Modernisierung belaufen sich auf 55 Millionen Euro, mögliche Baupreissteigerungen bereits eingerechnet. Die Modernisierung des Stadions wird durch eine Sportstättenbauförderung realisiert, zudem wird mit anteiligen Mitteln aus der Städtebauförderung des Landes NRW im südwestlichen Bereich des Lohrheidestadions ein Sport- und Bewegungsareal gefördert. Dieses bietet einen hohen Mehrwert für die ansässigen Vereine und für das umgebende Quartier und stellt einen wesentlichen Baustein der gesundheitsorientierten Wattenscheider Stadtentwicklung dar. Der Trainingsbetrieb des Leichtathletikvereins TV Wattenscheid 01 und die Heimspiele des Fußballvereins SG Wattenscheid 09 sollen – solange wie möglich – parallel zu den Bauarbeiten laufen, die Anfang 2023 starten. Sein Training wird der SG Wattenscheid 09 an die Berliner Straße verlagern. Der Fußballverein Sportfreunde Rot-Weiß Leithe 1919 e. V., der ebenfalls südwestlich vom Lohrheidestadion beheimatet ist und der im Verlauf der Bauarbeiten ein neues Vereinsheim in Form eines integrativen Begegnungszentrums erhält, wird während der Baumaßnahmen am und um das Lohrheidestadion auf eine städtische Platzanlage umquartiert.

Mit Beginn des Planungsprozesses hat die Stadt Bochum ein Nachhaltigkeitskonzept für das Lohrheidestadion erarbeitet, das dem Klimaschutz und der Klimafolgenanpassung dient. Mit pflegeleichten Pflanzen werden die Dächer der Haupttribüne, des Umkleidebaus an der Turnhalle sowie des neuen Vereinsheims von RW Leithe begrünt. Die neuen Dächer des Stadions erhalten Photovoltaik-Anlagen mit einer ausreichenden Kapazität für den Eigenverbrauch. Weitere 5.000 Quadratmeter Dachfläche sind für die Belegung mit Photovoltaik-Modulen vorbereitet. Für die Wärme- und Kälteversorgung ist ein Energiekonzept mit Geothermie als regenerativer Energiequelle vorgesehen. Das gesamte Planungsgebiet wurde im Jahr 2014 vom Mischwasserkanal abgekoppelt, ein neues Regenwasserentwässerungssystem wurde realisiert: Das Regenwasser wird auf dem Grundstück gesammelt und nach Norden in einen offenen Bach abgeführt. Alle versiegelten Flächen werden mit wasserdurchlässigen Ökopflaster gepflastert. Zudem sind Vorrichtungen für die Herstellung von E-Ladestationen im Bereich der Parkplätze Nord und Ost für Betriebsfahrzeuge der Stadt sowie für die öffentliche Nutzung vorgesehen.

Bürgerinnen und Bürger, die sich für den Umbau des Lohrheidestadions interessieren, können sich die Entwürfe ab dem 17. November in den Schaufenstern des Stadtteilbüros Wattenscheid-Mitte in der Westenfelder Straße 1 ansehen.

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