Wilhelm Hausmann (Foto: privat)
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Oberhausen/Rhein-Ruhr. Kehrtwende kommt viel zu spät. Jetzt muss alles ans Netz, was geht

„Der Druck hat gewirkt. Der vom Kanzler angekündigte Stopp der Gasumlage ist der einzig richtige Schritt.“ Mit diesen Worten kommentierte der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Ruhr (MIT) und Oberhausener CDU-Chef Wilhelm Hausmann die Kehrtwende der Regierungskoalition. „Während ganz Europa die Kosten für Gas abfedert, war die Ampel bereit, den Preis mit der Umlage noch weiter anzuheizen und Trittbrettfahrern satte Dividenden auf Kosten von Bürgern und Betrieben zu ermöglichen.“

Die Erleichterung hält sich bei dem CDU-Politiker allerdings in Grenzen, denn zurück bleibe ein Scherbenhaufen. Der Rückzug 34 Stunden vor dem Start komme für manche Betriebe auch in Oberhausen womöglich zu spät, dies jedenfalls seien die Signale, die Hausmann in zahlreichen Gesprächen erreichen. „Ein Unternehmen ist kein Herd, der schnell ein- und ausgeschaltet werden kann. Betriebe mussten planen und die Gasumlage einpreisen. In Verbindung mit der Kostenexplosion bei Gas und Strom drohten Planinsolvenzen. Diese Betriebe mussten die Notbremse ziehen. Produktionen wurden gedrosselt, stillgelegt, aufgegeben. Das Gastumlagen-Hickhack kostet Existenzen.“

Laut Hausmann erleben auch viele Menschen in Oberhausen als letztes Glied in der Kette derzeit hautnah, was die Ampel in Berlin anrichtet. Nachdem die EVO ihren Kunden per Serienbrief die nächste Preiserhöhung für den 1. November angekündigt hatte, ist die Umlage plötzlich wieder vom Tisch. Oder vielleicht doch nicht? Und was ist mit der Mehrwertsteuer? Vermieter und Mieter bleiben ratlos zurück. Es werde immer klarer: Der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck ist nicht in der Lage, die Energiekrise zu meistern. Er schafft mehr Probleme, als er löst.

Zudem greife die geplante Ausweitung des Energieangebotes immer noch zu kurz.  Der MIT-Chef fordert mit Nachdruck das Energieangebot endlich auszuweiten. „Es muss alles ans Netz, was geht. Dazu gehört der Weiterbetrieb der drei Kernkraftwerke. Selbst Habeck gesteht inzwischen ein, dass ein Streckbetrieb möglich wäre. Dennoch blendet die Ampel dieses Potential in ihrem so genannten wirtschaftlichen Abwehrschirm einfach aus. Das grenzt an vorsätzlich unterlassene Hilfeleistung.“

Aus Sicht von Wilhelm Hausmann muss auch der Gaspreisdeckel sofort kommen. „Die Einsetzung einer Arbeitsgruppe kostet viel zu viel Zeit. Zudem müssen die Energiesteuern auf Erdgas, Strom, Heizöl und Flüssiggas sofort gesenkt werden. Die Ampel muss die Warnungen der Fachleute und Wissenschaftler endlich ernst nehmen und sofort handeln. Sonst erodiert der Wirtschaftsstandort Deutschland weiter.“

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