Oberbürgermeister Thomas Kufen mit Frank Richter, Polizeipräsident von Essen und Mülheim an der Ruhr bei seinem Antrittsbesuch im Essener Rathaus am 5. Januar 2016 (Archivfoto: © Robin Fuchs, Stadt Essen)
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Essen/Mülheim an der Ruhr. Nach 46 Jahren im Polizeidienst hat Frank Richter, Polizeipräsident von Essen und Mülheim an der Ruhr, heute (06.10.) überraschend bekannt gegeben, dass er aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung sein Amt niederlegt und aus dem Polizeidienst ausscheiden wird. Sieben Jahre hatte der gebürtige Essener die Funktion als Behördenleiter inne.

“Dass Polizeipräsident Frank Richter auf seine Gesundheit Rücksicht nimmt, ist richtig und nachvollziehbar. Gleichwohl verlieren wir einen engagierten und kompetenten Polizeipräsidenten. Für seinen nächsten Lebensabschnitt wünschen wir ihm alles Gute”, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. “Als Polizeipräsident hat Frank Richter nicht nur die Zusammenarbeit mit der Stadt Essen im Besonderen geprägt, sondern sich auch bei der Bekämpfung der Clankriminalität national und international einen Namen gemacht. Seine Verdienste für unsere Stadt sind unbestritten. Meine Erwartung ist, dass die Nachfolge schnell geregelt wird und wir somit die gute Zusammenarbeit fortführen können.“

Neben der Bekämpfung der Clankriminalität fielen der Umzug in ein neues Polizeigebäude an der Theodor-Althoff-Straße, zahlreiche Einsätze und Ermittlungskommissionen, die Einführung eines neuen Schichtdienstmodells, Feste und Feierlichkeiten wie das 110-jährige Jubiläum der Polizei Essen in die Amtszeit des Polizeipräsidenten. Allerdings musste das Polizeipräsidium Essen auch negative Ereignisse verkraften, die nicht nur die Belegschaft, sondern auch den Polizeipräsidenten in seiner dienstlichen Funktion, vor allem aber auch persönlich, getroffen haben. Auch in dieser Situation hat Frank Richter Rückgrat bewiesen und sich für eine offene Fehlerkultur und Wertediskussion in der Polizei Essen und Mülheim an der Ruhr eingesetzt.

SPD bedauert Rücktritt von Polizeipräsident Frank Richter

Zum überraschenden Rücktritt von Polizeipräsident Frank Richter erklären Frank Müller, Vorsitzender der SPD Essen und Ingo Vogel, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Essen: „Mit großem Bedauern erfuhren wir heute vom gesundheitsbedingten Rücktritt Frank Richters vom Amt des Polizeipräsidenten für Essen und Mülheim. Mit seinem Ausscheiden verliert unsere Stadt einen hoch engagierten, empathischen und nahbaren Polizeipräsidenten, in dessen siebenjährige Amtszeit große Herausforderungen sowohl für die Polizei als auch die gesamte Gesellschaft fielen. Auch in Krisen, wie nicht zuletzt nach dem Bekanntwerden rechter Chatgruppen in den Reihen der Polizei Essen/Mülheim, bewahrte er sich dabei stets seine ihm eigene Dialogbereitschaft und Kritikfähigkeit und stieß eine offene Wertediskussion innerhalb der Polizei an. Im Namen der SPD Essen und der SPD-Ratsfraktion Essen danken wir Frank Richter für seinen langjährigen Einsatz im Dienste unserer Stadt und wünschen ihm für die Zukunft alles erdenklich Gute – allen voran natürlich Gesundheit.“

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