Fantastische Avatare erscheinen auf der Planetariumskuppel, gesteuert von einer Tänzerin und einem Tänzer auf der Bühne (Foto: Tobias Staab)
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Bochum. Am Samstag, 3. Dezember, und am Sonntag, 4. Dezember, lädt das Planetarium Bochum, Castroper Straße 67,  um 20 Uhr zu einer Tanz-Performance ein, wie es sie auf der Kuppel noch nie gegeben hat. „Autonomous Avatar“ übersetzt unser ambivalentes Verhältnis zur digitalen Welt in Tanz, Theater und Live-Interaktion mit der Planetariumskuppel. Ein Performer und eine Performerin in einem duftenden Blumenmeer treten in Kontakt mit ihren digitalen Gegenstücken, ihren Avataren, projiziert auf die weite Kuppel. Die Schauspielerin Sandra Hüller verleiht dem Avatar ihre Stimme.

Für sein neues Projekt lässt der Regisseur und Dramaturg Tobias Staab den Performer Corey Scott-Gilbert und die Performerin Dasniya Sommer in Motion Capture-Anzüge gekleidet mit ihren digitalen Ichs interagieren – und konkurrieren. So viel ist klar: Dieses Kräftemessen zwischen Mensch und Maschine verspricht ebenso spektakulär wie bildgewaltig zu werden. In der Mitte des Planetariums ist eine kreisförmige Bühne installiert, ganz und gar mit Blumen bedeckt. Aus ihnen erheben sich die Tänzerin und der Tänzer in einer Choreografie aus ersten Schritten, Zusammenbrüchen und immer neuen Versuchen. Tanzbewegungen wirken als Kampf gegen die Schwerkraft. Durch die Risse des Realen scheinen virtuelle Träume hindurch.

Wer kann noch unterscheiden, ob ein Mensch oder ein Computer spricht oder schreibt? Ist in Zeiten von Deep Fake den Bildern noch zu trauen? Machtverhältnisse relativieren sich. Aber wie intelligent ist die „künstliche Intelligenz“? Die hybride Tanz-Performance „Autonomous Avatar“ setzt den Fokus auf die Schwelle zwischen analoger Wirklichkeit und virtueller Realität und stellt Fragen nach Autonomie, Kontrolle und Unterwerfung. Die Frage, wer wen kontrolliert und ob eine autonome künstliche Intelligenz möglich ist, stellt sich im Laufe des Abends mit immer größerer Dringlichkeit. Sie kennt keine einfache Antwort.

Die Choreografie hat Regisseur Tobias Staab gemeinsam mit Dasniya Sommer und Corey Scott-Gilbert entwickelt, die beide als Performer und Tänzer internationales Renommee genießen. Die digitalen Avatare und die immersiven Welten wurden von dem 3D-Designer Luis August Krawen geschaffen.  Die musikalische Komposition von Benedikt Brachtel ist für das 360° Raumklangsystem des Planetariums konzipiert und lässt die Zuschauerinnen und Zuschauer in die Musik eintauchen. Sie entstand auf der Basis einer Vielzahl von Aufnahmen, die mit der Schauspielerin Sandra Hüller gemacht wurden. Auf diese Weise wurde eine Künstliche Intelligenz erzeugt, die mit Sandra Hüllers Stimme atmet, spricht und singt. Die Bühnenbildnerin Nadja Sofie Eller hat einen sinnlichen Bühnenraum entworfen, den man nicht nur sehen, sondern auch riechen kann. Die Kostüme, die Tänzerin und Tänzer in postdigitale Hybriden verwandeln, stammen aus der Hand der Hamburger Kostümbildnerin Annika Lu Hermann. Das Licht wurde von Matthias Singer gestaltet.

Tickets für den „Autonomous Avatar“ kosten 15,- Euro, ermäßigt 8,- Euro. Sie können im Internet unter www.planetarium-bochum.de oder bei der Ticket-Hotline 02 21 / 28 02 14 erworben sowie per Mail an info@planetarium-bochum.de reserviert werden. Tickets sind auch an der Abendkasse erhältlich.

„Autonomous Avatar. Eine immersive Tanz-Performance im Fulldome“ ist ein Projekt der Kernaktivität „Immersive Livekultur“ im Rahmen der Bochum Strategie. Die Performance wird darüber hinaus gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR sowie den Dachverband Tanz Deutschland mit tanz:digital.

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