Heide Apel (Foto: die Grünen)
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Duisburg. Langsam werden die 26 Platanen im Duisburger Süden berühmt: Das engagierte Ehepaar Herzer kämpft weiterhin für den Erhalt der Baumriesen und hat sich an den Petitionsausschuss des Landtags NRW gewandt. Wie auch die GRÜNEN hoffen sie, wegen der fehlenden Klimarelevanzprüfung die Fällung zu verhindern.

Um ökologische Aspekte in die Stadtplanung einzubeziehen, hat der Stadtrat vor über zwei Jahren die Klimarelevanzprüfung beschlossen. Dabei wird analysiert, ob die angedachte Maßnahme negative Auswirkungen auf das Klima durch Erhöhung der Treibgasemissionen hat. Falls ja, wird durch eine CO2-Bilanzierung das Ausmaß bestimmt. Mit diesem transparenten Verfahren sollen die Pläne neu bewertet und abgewogen werden, ob und wie es auch klimafreundlicher geht.

De facto wird die Klimarelevanzprüfung in Duisburg kaum eingesetzt, auch nicht im Fall der Straßenplanung an der Wedauer Straße. Somit hat die GroKo eine alternative, baumerhaltende Planung abgelehnt, ohne die genauen Auswirkungen auf das Stadtklima zu kennen. Leonard und Myriam Herzer bemängeln in ihrer eingereichten Petition genau diesen Punkt und hoffen auf Unterstützung aus der Landesregierung. Dem kann sich die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin aus Duisburg-Süd, Heide Apel, nur anschließen: „Ich pflichte den Herzers bei und unterstütze ausdrücklich ihren weiteren Einsatz für die Platanen. Dass die mickrigen Ersatzpflanzungen aus 30 Jungbäumen nur einen Bruchteil der reinigenden, kühlenden und CO2-bindenden Wirkung haben werden, liegt auf der Hand. Wenn dies durch die Klimarelevanzprüfung in Zahlen ausgedrückt wäre, würden sich die Kolleg*innen aus der GroKo den Fakten nicht mehr verschließen können.“

Familie Herzer steht mit ihrem Einsatz nicht allein da: Immer mehr Wedauer*innen wird bewusst, was die Rodung der Bäume für ihre Gartenstadt bedeutet. Da die Feinstaubbelastung aufgrund der Großbaustelle 6-Seen-Wedau angestiegen ist, ist jeder Baum, der filtert, umso wichtiger. Daher wird mit Spannung die Entscheidung des nordrhein-westfälischen Petitionsausschusses erwartet.

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