Beim Workshop (v.r.): Stefan Bur, Schulleiter BKVB, Dr. Ulrich Kuhl, Sportpsychologe, Heiko Möring, Leistungssportberater BKVB, Denis Schulte, Leistungssportberater BKVB, die Nachwuchsleistungssportlerinnen und -sportler sowie Joachim Krins, Koordinator „Schule und Leistungssport“ beim Stadtsportbund Krefeld (6.v.r.) (Foto: Berufskolleg Vera Beckers)
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Krefeld. Nicht nur körperliches Training ist entscheidend im Spitzensport, auch der Kopf sollte mitspielen. Das ist den 24 anwesenden Nachwuchsleistungssportlerinnen und -sportlern verschiedener im Netzwerk Schule und Leistungssport organisierter Krefelder Schulen und Vereinen natürlich klar. Da auch viele bekannte Profisportlerinnen und -sportler zunehmend von ihren mentalen Trainings und von ihrer Betreuung durch Sportpsychologen und -psychologinnen berichten, ist dies auch einer breiten Öffentlichkeit immer bewusster. Nur – wie sieht ein solches Training im Kopf aus? Wie werde ich tatsächlich mental stärker? Und wie kann ich mich besser konzentrieren?

Zur Beantwortung all dieser Fragen hatte der renommierte Sportpsychologe Dr. Ulrich Kuhl die Einladung des Netzwerks Schule und Leistungssport angenommen und hielt einen Workshop für die Nachwuchsleistungssportlerinnen und -sportler in den Räumen des Berufskolleg Vera Beckers (BKVB). Dr. Kuhl gehörte über 20 Jahre zum Team der Sportpsychologen des Olympiastützpunktes NRW/Rhein-Ruhr in Essen und hat im Rahmen seiner Tätigkeit zahlreiche Spitzensportlerinnen und Spitzensportler sowohl in Einzel- als auch in Teamsportarten begleitet.

„Elfmeterschießen lässt sich nicht trainieren“ so hieß es vor einigen Jahren noch oft. Dass es doch geht, ist heute bekannt und zwar durch regelmäßiges Simulieren dieser Drucksituation. Das Trainieren des Elfmeterschießens war nur eines der Beispiele, welches Dr. Kuhl mit den jungen Nachwuchsleistungssportlerinnen und -sportlern besprach. Es zeigt, dass die mentale Komponente einen zentralen Stellenwert für gute oder sogar herausragende Leistungen gerade im Leistungssport hat.

Nach der Einführung sollten die Teilnehmenden Aufgaben lösen, bei denen sie unter Druck gesetzt wurden, so fiel es viel schwerer zu den Lösungen zu kommen. Im Verlauf der Veranstaltung machte Dr. Kuhl dann deutlich, welche Faktoren in einer sportlichen Belastung stressauslösend sind und stellte verschiedene Möglichkeiten vor, Stress zu bewältigen, um in einem Wettkampf leistungsfähiger zu sein.

So erprobten die Teilnehmenden verschiedene Atemübungen und Entspannungsverfahren. Sie lernten Techniken psychischen Druck im Wettkampf auszublenden, sich also in entscheidenden Momenten zu konzentrieren und sich in der richtigen Art und Weise zu motivieren. Auch Musik ist „eine Schnellstraße zu den Emotionen“ und sehr hilfreich die Stimmung zu heben und die wahrgenommene Belastung zu reduzieren.

Die jungen Sportlerinnen und Sportler freuten sich: Sie konnten aktiv Techniken austesten und empfanden die Veranstaltung insgesamt als kommunikativ und hilfreich dafür, mental stärker zu werden.

Der Workshop „Mentale Stärke – Der Kopf entscheidet“ war bereits der zweite in einer Reihe von Seminaren mit externen Referenten, die das Netzwerk Krefelder Schulen zur Förderung von Leistungssportlerinnen und Leistungssportlern in der Trägerschaft des Stadtsportbundes Krefeld veranstaltet.

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