Oben: Der Hofgarten in der Höhe der Tonhalle nach dem Pfingststurm Ela 2014 (© Archivbild/Stadt Düsseldorf/Gartenamt) und 2019 (unten): Fünf Jahre nach dem verheerenden Pfingststurm hatte sich der Hofgarten schon deutlich erholt (© Archivbild/Stadt Düsseldorf/Melanie Zanin)
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Düsseldorf. Vor zehn Jahren, am Pfingstmontag, 9. Juni 2014, zog der Sturm “Ela” eine Schneise der Verwüstung durch das Grün der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Umgebung. Rund 30.000 Bäume im Stadtgebiet fielen oder wurden stark zerstört, davon allein über 20.000 im Stadtwald. Schon kurz nachdem der Sturm vorbeigezogen war, folgte eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft und des bürgerschaftlichen Engagements. Zehn Jahre später sind – mit einer Ausnahme – die Grünanlagen der Stadt wiederaufgebaut.

Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Vereine, Alt und Jung, Vorgesetzte und Belegschaften, Karnevalisten, Schützen und Heimatvereine, Medien, Kirchen, Prominente und Menschen, die lieber im Stillen wirkten – das Projekt “Neue Bäume für Düsseldorf” vereinte die Stadtgesellschaft mit all ihren Facetten sowie auch Freunde und Förderer Düsseldorfs jenseits der Stadtgrenzen mit dem Ziel, die (Baum-)Lücken, die “Ela” gerissen hatte, so schnell es geht wieder zu schließen. Rund 3,3 Millionen Euro wurden so bis zum Herbst 2016 gesammelt und in neue Bäume für Düsseldorf investiert – im Gesamtbetrag enthalten war eine Zuweisung des Landes Nordrhein-Westfalen zur Verdoppelung von Privatspenden in Höhe von 579.779,68 Euro. Insgesamt 1.300 Spender – davon 400 für Straßenbäume und 900 für Bäume in Parkanlagen – sind namentlich erfasst. Doch viele weitere beteiligten sich an den Aktionen, die rund um das Neue-Bäume-Projekt initiiert wurden und auch die kreative Kraft und die Ideenvielfalt in der Stadt widerspiegelten. Innerhalb der Verwaltung wurde die “Projektgruppe Ela” ins Leben gerufen. Das Team koordinierte alle Projekte des Wiederaufbaus in den Düsseldorfer Parkanlagen und im Straßenraum. Bereits zum Ende der ersten Pflanzsaison – im Frühjahr 2015, weniger als ein Jahr nach dem Sturm – konnte bereits der tausendste Baum gepflanzt werden. Auch danach gingen die Arbeiten weiter, um die Schäden, die “Ela” in der Stadt verursacht hat, zu beseitigen.

Rund 30.000 junge Bäume wurden im Stadtwald gesetzt
Viele Lücken, die der Sturm geschlagen hat, haben die Mitarbeitenden der Stadt bereits innerhalb der ersten beiden Jahre nach dem Sturm geschlossen. Ab der zweiten Pflanzsaison lag der Schwerpunkt auf der Wiederherstellung der Grünanlagen. Die Verwaltung hat in der zweiten Pflanzsaison von Herbst 2015 bis Frühjahr 2016 wegen des großen Engagements der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer einen Schwerpunkt daraufgelegt, die Grünanlagen wiederherzurichten. Zudem wurde im Stadtwald wiederaufgeforstet: Mehr als 30.000 junge Forstpflanzen hat die Stadt dort in die vom Sturm betroffenen Flächen gesetzt. Sie ergänzten die natürliche Verjüngung des Düsseldorfer Stadtwalds.

Hofgarten wieder aufgebaut
Im Sommer 2022 hat die Stadt den Wiederaufbau des Hofgartens abgeschlossen. Schwerpunkte der Sanierung lagen auf neuen Bäumen und Sträuchern sowie dem Wegebau. Die Basis für die Sanierung bildete das Parkpflegewerk, das die Stadt zur denkmalgerechten Wiederherstellung des Hofgartens erarbeitet hatte. Dafür hat die Verwaltung die Geschichte des Parks analysiert, seinen Bestand erfasst und denkmalpflegerisch bewertet. Im Ergebnis entstand ein Leitbild mit Zielen und Maßnahmen für die zukünftige Entwicklung des Hofgartens.

Wiederaufbau des Rheinparks steht noch aus
Wie den Hofgarten hat der Orkan “Ela” auch den Rheinpark schwer getroffen. Bei dem Sturm 2014 wurden 50 Prozent des Baumbestands in der denkmalgeschützten Parkanlage zerstört. Zusätzlich konnte ein großer Anteil der noch vorhandenen Bäume nur durch starke Kronenrückschnitte erhalten werden. Mit zwölf Großbäumen hat die Stadt 2015 erste Meilenstein-Pflanzungen im Rheinpark umgesetzt – zudem wurden 100 Spenderbäume gepflanzt. Als Grundlage für den weiteren Wiederaufbau hat die Verwaltung ein Parkpflegewerk entwickelt. Es enthält einen Maßnahmenkatalog, der die gestalterischen Ziele konkretisiert und Schritte zum Wiederaufbau sowie zur Weiterentwicklung benennt. Der Wiederaufbau steht noch bevor.

Der Pfingststurm 2014: Zahlen, Daten, Fakten rund um “Ela”

Gesamtverlust
– rund 30.000 Bäume
– weitere 24.000 Bäume konnten nur durch aufwendige Pflegemaßnahmen erhalten bleiben

Straßenbäume
– 14.000 von 69.000 kartierten Straßenbäumen sind in Mitleidenschaft gezogen worden:

Rund 3.000 gingen verloren oder mussten gefällt werden (5 Prozent des Gesamtbestandes), in den Folgejahren wurden 2.800 Straßenbäume nachgepflanzt.
Die größten Verluste gab es dabei im Bereich Rheinuferstraße, Cecilienallee, Rotterdamer Straße, Hofgartenufer mit 160 Bäumen. An der Heinrichstraße waren es 72 Bäume, an der Kaiserswerther Straße 41 Bäume und an der Völklinger Straße 17 Bäume.

Nach der Gefahrenabwehr wurde jeder Baum im Stadtgebiet noch einmal untersucht und – wenn nötig – durch Baumpflegeschnitt behandelt oder aber gefällt, um die Verkehrssicherheit gewährleisten zu können.

Denkmalgeschützte Parkanlagen
– 2.950 Bäume in den Parkanlagen sind in Mitleidenschaft gezogen worden:

1.600 Bäume gingen verloren.

1.350 Bäume müssen weiter gepflegt werden (Schnitt, Kronensicherung etc.).
Hofgarten: 368 Bäume gingen verloren. In drei Bauabschnitten hat die Landeshauptstadt die denkmalgeschützte Parkanlage instandgesetzt. 2022 hat die Stadt den Wiederaufbau abgeschlossen. Die Kosten für die Wiederherstellung der denkmalgeschützten Parkanlage belaufen sich auf rund 5,8 Millionen Euro.
Rheinpark Golzheim: Baumnachpflanzungen wurden bisher aus Spendenmitteln finanziert. Ein Parkpflegewerk legt Grundlagen für die weitere Sanierung. Der grundlegende Wiederaufbau steht noch aus.

Friedhöfe
– 3.100 Bäume auf den 13 städtischen Friedhöfen sind in Mitleidenschaft gezogen worden:

1.100 Bäume gingen verloren.
2.000 Bäume mussten weiter gepflegt werden (Schnitt, Kronensicherung, etc.).
Verschont blieb von den 13 städtischen Friedhöfen allein der Hubbelrather Friedhof; insgesamt 3.100 Bäume (17 Prozent des gesamten Baumbestandes auf Friedhöfen) wurden geschädigt.
Wiederaufbau abgeschlossen.

Forst/Wald (Stadtwald Düsseldorf: Forstreviere Nord, Mitte, Süd und Wildpark Grafenberg)
– 20.000 Bäume verloren (sie sind auf den 2.000 Hektar großen Stadtwald dem Sturm zum Opfer gefallen).

Schadensmenge: Circa 21.000 Festmeter.
Flächenwürfe: Circa 55,2 Hektar, davon 13 Hektar Großkahlflächen jeweils größer als ein Hektar; weitere 42 Hektar Kahlflächen zwischen 0,1 und 1 Hektar.
Betroffen waren das Forstrevier Mitte mit 49,6 Hektar Sturmwurfflächen, im Forstrevier Nord und im Forstrevier Süd sind jeweils 2,8 Hektar Sturmwurfflächen zu verzeichnen.
Im Herbst 2015 begann die Wiederaufforstung auf den großen Kahlflächen mit 30.000 Jungpflanzen. Der Wiederaufbau des Stadtwaldes wurde 2016 abgeschlossen. Große Kahlflächen wurden aufgeforstet, an vielen Stellen sieht man aber auch, wie die Natur die entstandenen Lücken durch Naturverjüngung schließt.

Kinderspielplätze
– Schäden an Spielgeräten in Höhe von 250.000 Euro.

Alle Anlagen wurden repariert und wiederhergestellt.
Wiederaufbau abgeschlossen.

Kleingartenanlagen
– Schäden in Höhe von 100.000 Euro.

974 Bäume auf den 70 städtischen Kleingartenanlagen sind in Mitleidenschaft gezogen worden.
300 Bäume gingen verloren.
700 Bäume müssen gepflegt werden (Schnitt, Kronensicherung, etc.).
Für die Wiederherstellung von Kleingartenanlagen wurden rund 100.000 Euro ausgegeben.
Die Wiederherstellung in den Kleingartenanlagen ist damit abgeschlossen.

Bisher fertiggestellte Projekte:

Rheingärtchen, Kö-Gärtchen, Park Lantz, Ostpark, Rheinpark Heerdt, Schlosspark Benrath, Spee’scher Graben, Golzheimer Friedhof, Alter Bilker Friedhof, Floragarten, Mahnmalachse, Nordpark, Hofgarten, alle Friedhöfe, Schillerplatz, Schulen und Kitas, Kinderspielplätze (Schaden: 250.000 Euro) und Kleingartenanlagen (Schaden: 100.000 Euro) sowie der Wald (Naturverjüngung und Neupflanzungen).

Personal

1.870 Kräfte waren an der Beseitigung der unmittelbaren Gefahren beteiligt.
350 Mitarbeitende des Gartenamtes und 40 Fachfirmen waren für die Aufräumarbeiten im Einsatz.

Helferinnen und Helfer

Mehr als 5.000 Helfende – unter anderem aus Reihen der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks (THW), der Bundeswehr sowie Beschäftige des Gartenamtes – waren bei den Aufräumarbeiten eingesetzt.

Spenden

Rund 3,3 Millionen Euro (3.307.368,59 Euro) sind nach Ela (bis zum 30. November 2016) zuzüglich der 579.779,68 Euro (Zuweisung des Landes zur Verdopplung privater Spenden im Rahmen des Förderprogramms “Bürgerbäume”) für neue Bäume eingegangen.
400 Spender für Straßenbäume und 900 für Parkanlagen (insgesamt 1.300).

Investitionen

Insgesamt 47,3 Millionen Euro hat die Stadt an Aufwendungen für den Wiederaufbau nach Ela investiert.

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