v.l.n.r.: Jan Borkenstein, stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK zu Essen, Dr. Claus-Christian Jacobi, stellv. IHK-Präsident, und Oberbürgermeister Marc Buchholz stellten sich der Diskussion zum Standortcheck in Mülheim an der Ruhr (Foto: IHK zu Essen)
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Mülheim an der Ruhr. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat Unternehmen in Mülheim befragt, wie sie die Standortfaktoren der Stadt an der Ruhr beurteilen. Das Ergebnis ist durchmischt: Die Betriebe zeigen sich zwar insgesamt zufrieden, sie sehen aber eine Reihe von Stellschrauben, an denen die Stadt dringend nachjustieren muss. Insgesamt vergeben sie ein „befriedigend“. Die Leistung entspricht also den Anforderungen im Allgemeinen. Aus Sicht der IHK bleibt da noch deutlich Luft nach oben.

„Aktuell werden die Weichen für einen zukunftsfähigen Standort gestellt. Eine Reihe von Flächen wird neu entwickelt. Bis diese vermarktet werden können, muss die Stadt sich attraktiv für Investoren aufstellen. Unser Standortcheck zeigt den Handlungsbedarf auf“, so der Mülheimer Unternehmer und IHK-Vizepräsident Dr. Christian Jacobi bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Oberbürgermeister Marc Buchholz betont: „Wir arbeiten trotz knapper finanzieller und personeller Ressourcen mit Hochdruck daran, die Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Entwicklung unserer vielen sehr guten Unternehmen in Mülheim an der Ruhr zu optimieren. Die nun zur Verfügung stehenden Flächen wollen wir dazu nutzen, Entwicklungspotenziale zu schaffen und ziehen so neue Wirtschaftskraft nach Mülheim.“

Eher positiv bewerten die Unternehmen im IHK-Standortcheck die harten Standortfaktoren. Die gute Anbindung an das Straßen- und Autobahnnetz stellt ein Pfund dar, mit dem Mülheim wuchern kann: hoch in seiner Bedeutung, gut in seiner Bewertung.

Die Straßeninfrastruktur ist die Basis für das wirtschaftliche Handeln der Betriebe. Diese grundsätzlich positive Einschätzung konnten auch die vielen Einschränkungen durch Baustellen oder Stau nicht mindern. Deutlich wird, dass hier die Aufgabe darin besteht, diese Leistungsfähigkeit zu halten oder weiter zu verbessern.

Dringenden Nachholbedarf sehen die Unternehmen dagegen bei der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Von den Betrieben wird sie mit einem Durchschnittswert von 1,6 auf der Noten-Skala als wichtigster Standortfaktor benannt. Gleichzeitig rutscht die Bewertung bei der Zufriedenheit auf einen Wert von 3,4 ab. Ein deutliches Signal, dass die Stadt hier aktiv werden und sich fit für die Zukunft machen sollte. Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Borkenstein dazu: „Eine schnelle Datenautobahn hat für Betriebe deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Digitalisierung nimmt in allen Branchen an Fahrt auf. Der Ausbau sollte mit dieser Entwicklung Schritt halten können.“

Wenig überraschend: Die Spreizung zwischen Wichtigkeit und Zufriedenheit ist bei der Höhe des Gewerbesteuerhebesatzes am größten (2,0 zu 4,9). Nicht ganz anders sieht es bei der Bewertung der Grundsteuer aus. Bei beiden Steuern braucht es daher aus Sicht der IHK ein dringendes Signal, dass es mit dem Hebesatz nach unten geht. „Wir wissen um die Schwierigkeiten der kommunalen Haushalte. Dennoch müssen Spielräume erarbeitet werden, damit der Hebesatz endlich einmal gesenkt werden kann. Niemand erwartet einen Hebesatz wie in Monheim – aber den Spitzenplatz brauchen wir in diesem Steuer-Ranking sicher nicht verteidigen“, so Jan Borkenstein.

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