Essen. Treibende Kraft hinter der Erholung sind laut der Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) optimistischere – oder genauer: weniger pessimistische – Zukunftsaussichten. 21 Prozent der Unternehmen erwarten im kommenden Jahr eine bessere Geschäftslage als heute. Zu Jahresbeginn waren nur 15 Prozent von einer Verbesserung ausgegangen. Dennoch, so betont die IHK, blicken weiterhin mehr Betriebe (24 Prozent) pessimistisch als optimistisch in die Zukunft.
Ein Grund für die bessere Stimmung könnte eine leichte Entspannung auf den Energie- und Rohstoffmärkten sein. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für dieses Jahr mit etwa 20 Prozent niedrigeren Preisen im Jahresdurchschnitt im Vergleich zu 2023. In der IHK-Umfrage nennen 38 Prozent der Unternehmen die Energie- und Rohstoffpreise als Geschäftsrisiko; zu Jahresbeginn waren es noch 57 Prozent.
Ein neues Hoch erreicht hingegen die Unzufriedenheit der Essener Wirtschaft in Bezug auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Für 54 Prozent der Unternehmen stellen diese ein Geschäftsrisiko dar. Der mit Abstand häufigste Kritikpunkt ist dabei die weiter zunehmende Bürokratie. Darüber hinaus bemängeln immer mehr Unternehmen die fehlende Kontinuität in politischen Entscheidungen.
IHK-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Groß ordnet die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage folgendermaßen ein: „Unsere Unternehmen sind in Lauerstellung. Es braucht Signale, damit sie diese verlassen und wieder auf die Überholspur wechseln. Sie erwarten allen voran einen ernsthaften Abbau von Bürokratie sowie einen klaren und stringenten Plan für unseren Wirtschaftsstandort.“























