
Essen. Essener Unternehmensverband befragte seine Mitglieder zu ihren Geschäftserwartungen und zeichnet düsteres Bild
Die aktuelle Konjunkturumfrage des Essener Unternehmensverbandes (EUV) für 2024/2025 zusammen mit dem Landesverband Metall NRW unter den nordrhein-westfälischen M+E-Unternehmen zeichnet ein pessimistisches Bild. Von den 369 befragten Betrieben mit rund 90.000 Beschäftigten bewerten gerade einmal 15 Prozent ihre aktuelle Wirtschaftslage als „gut“ und nur 5 Prozent rechnen mit einer Verbesserung im gerade begonnenen Jahr. Katastrophale 40 Prozent der Betriebe gehen von rückläufigen Geschäften aus. Die derzeitige Auftragslage – sowohl aus dem In-, als auch aus dem Ausland – wird mit 57 bzw. 47 Prozent als durchweg „schlecht“ beschrieben. „Es ist kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die allgemein sinkende Nachfrage und schwache Ertragslage sowie die hohen Energiepreise und das hohe Zinsniveau machen sich insbesondere bei den Investitionsplänen der Unternehmen bemerkbar“, kommentiert Ulrich Kanders, EUV-Hauptgeschäftsführer, die jüngsten Zahlen. „Im Inland wird immer weniger investiert, stattdessen stocken unsere Mitglieder bei den Auslandsinvestitionen auf. Ein sehr bedenkliches Zeichen!“ Und Kanders weiter: „Angesichts der vielfältigen Risikofaktoren werden die Unternehmen auch bei der Beschäftigung vorsichtiger. Während in den vergangenen sechs Monaten 16 Prozent der Betriebe Neueinstellungen meldeten, planen dies für das erste Halbjahr 2024 nur noch 9 Prozent. Im Vorjahr waren es noch doppelt so viele. Auch der Anteil der Kurzarbeit wächst weiter und lag in den vergangenen sechs Monaten bei 27 Prozent.“ Jedes dritte Unternehmen plant für die kommenden Monate sogar Entlassungen.
Einziger Lichtblick der Umfrage: Beim wichtigen Thema Ausbildung zeigen sich die M+E-Betriebe weiter engagiert. 71 Prozent wollen ihr hohes Niveau halten, 11 Prozent planen eine Steigerung – 18 Prozent, und damit 7 Prozent mehr als noch im Vorjahr, rechnen mit rückläufigen Ausbildungszahlen.
„Die aktuelle Umfrage macht deutlich, dass wir leider nicht aufatmen können. Die Lage der Essener M+E-Betriebe hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar noch verschlechtert. Hohe Energiepreise, Handelsunsicherheiten auf dem Weltmarkt, der anhaltende Arbeitskräftemangel, internationaler Wettbewerbsdruck, Bürokratie und Lieferkettenprobleme bleiben die unliebsamen, ständigen Begleiter“, fasst Kanders zusammen. „Vom Großkonzern bis zum kleinen Unternehmen stellen sich Firmeninhaber die Frage, ob sich das Geschäftsmodell am Standort Deutschland insgesamt überhaupt noch lohnt und Erträge abwirft. Unser dringendster Appell deshalb an die Politik und insbesondere die zukünftige Bundesregierung: Stärkt endlich unseren Wirtschaftsstandort!“, fordert Kanders abschließend.
Zu den befragten Branchen gehören Maschinenbau, Elektroindustrie, Automobilbau, Hersteller von Metallerzeugnissen, Metallerzeugung und -bearbeitung sowie Gießereien.




















