Bundesinnenminister a. D. Gerhart Baum (Foto: Baum Reiter & Collegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Düsseldorf, Berlin)
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Köln/Berlin/Düsseldorf. Bundestagspräsidentin Bärbel Bas hat den verstorbenen Bundesinnenminister a. D. Gerhart Baum gewürdigt. In ihrer Kondolenz schreibt sie:

„Gerhart Baum war ein engagierter und unermüdlicher Verteidiger des Grundgesetzes und unserer freiheitlichen Ordnung. Als erfahrener und leidenschaftlicher Parlamentarier sowie als Bundesinnenminister stand er stets für liberale Werte und Prinzipien ein. Er stritt in verschiedenen Funktionen für den Schutz der Menschenrechte und die Achtung der Menschenwürde.

Bei seiner Rede anlässlich der Feier zu 75 Jahren Deutscher Bundestag mahnte er eindrücklich, das Vertrauen in die repräsentative Demokratie, in ihre Institutionen und ihre Lösungsfähigkeit zu stärken und den Parlamentarismus zu bewahren. Er appellierte: “Wir können streiten über den besseren Weg. Aber es gibt eine Grundlage, die wir gemeinsam verteidigen müssen.„

Nach seiner Zeit im Deutschen Bundestag blieb er eine kritische Stimme im gesellschaftlichen Diskurs – und fand damit über Parteigrenzen hinweg Anerkennung. Er erkannte, dass unsere freiheitliche Ordnung nicht nur durch erstarkende autoritäre Regime, sondern auch durch innere Gefährdungen herausgefordert wird. Bis zu seinem Tode wurde er nicht müde zu mahnen, dass auch die Freiheit stets aufs Neue verteidigt werden muss.

Seine Stimme wird Deutschland fehlen.“

 

FDP-Landeschef Höne: „Gerhart Baum bleibt ein Vorbild für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit” – Abschied von einem großen Liberalen

Zum Tod von Bundesinnenminister a. D. Gerhart Rudolf Baum sagt Henning Höne, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion NRW und der Freien Demokraten NRW:

„Mit tiefer Trauer und großem Respekt nehmen wir Abschied von Gerhart Baum, einem herausragenden Liberalen unserer Zeit. Sein Engagement für Freiheit, Gerechtigkeit und die Wahrung der Grundrechte hat Generationen geprägt und unsere Partei nachhaltig beeinflusst.

Gerhart Baum war ein unbeugsamer Verteidiger der Bürger- und Menschenrechte und eine Stimme der Vernunft, gerade in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Umbrüche. Dementsprechend war auch Baums Amtszeit als Bundesinnenminister geprägt von einer klaren Haltung: Die Freiheit des Einzelnen ist das Fundament einer lebendigen Demokratie, und sie darf niemals leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Auch nach seiner aktiven Zeit in der Politik blieb Gerhart Baum ein mahnendes Gewissen: Sein Einsatz für den Schutz persönlicher Daten, seine unermüdliche Kritik an staatlicher Überwachung und sein Eintreten für den Rechtsstaat waren Ausdruck eines tiefen Verantwortungsgefühls gegenüber der Gesellschaft. Er zeigte uns immer wieder, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist, sondern täglich verteidigt werden muss.

Gerhart Baum war ein Mensch, der mit Mut, Überzeugung und Tatkraft für seine Ideale einstand. Sein Leben war der Beweis dafür, dass Liberalismus nicht nur eine politische Haltung, sondern eine Lebenseinstellung ist.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen. Ihnen gilt in diesen schweren Stunden unser tief empfundenes Mitgefühl.“

 

Stadt Köln legt Kondolenzbuch für Gerhart Baum aus

Mit großer Betroffenheit hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf die Nachricht vom Tod Gerhart Baums reagiert: „Mit Gerhart Baum geht ein großer Liberaler, ein Anwalt von Freiheit und Menschenwürde, dessen Engagement nicht an Deutschlands oder Europas Grenzen haltmachte. Er war über Jahrzehnte Deutschlands Stimme für die Menschenwürde in der Welt und wurde dafür vielfach geehrt. Die Gerhart und Renate-Baum Stiftung würdigte mit dem von ihr ausgelobten Menschenrechtspreis aber auch das herausragende Engagement Anderer. Gerhart Baum war für viele Menschen ein Seismograph des Rechts und der Ethik, ein Lotse für gesellschaftliche Veränderungen. Er ist Zeit seines Lebens nie den einfachen Weg gegangen, sondern immer für seine Überzeugungen eingetreten. So setzte er sich als Vorsitzender des Kulturrats NRW während der Corona-Pandemie für eine Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern ein. Wir Kölnerinnen und Kölner sind stolz darauf, dass Gerhart Baum seine politischen Wurzeln im Rat unserer Stadt hatte und Köln 22 Jahre lang im Deutschen Bundestag und als Bundesinnenminister in der Bundesregierung vertreten hat. Im Jahr 2022 hat er sich in das Goldene Buch der Stadt Köln eingetragen, und wir Kölnerinnen und Kölner werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Persönlich verliere ich mit Gerhart Baum einen Vertrauten und Ratgeber, der Austausch mit ihm wird mir sehr fehlen. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.“

Die Stadt Köln wird ab Montag, 17. Februar 2025, 11 Uhr, im Rathaus, Spanischer Bau, Lichthof, ein Kondolenzbuch für Gerhart Baum auslegen.

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