Westnetz-Mitarbeitende des Regionalzentrums Münster helfen beim Wiederaufbau nach dem Sturm in Irland (Foto: Westnetz GmbH)
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Münster/Billerbeck/Dülmen. Sturm Éowyn hat vor wenigen Wochen in Irland massive Schäden hinterlassen: Zahlreiche zerstörte Freileitungsmasten führten zu erheblichen Versorgungsunterbrechungen und zeitweise mehr als 700.000 unversorgten Haushalten. Auf Anfrage des irischen Netzbetreiber Northern Ireland Electricity Networks (NIE Networks) war für das europäische Energieunternehmen E.ON und seine Tochtergesellschaften – darunter auch die Westnetz GmbH, klar, dass sie in dieser Situation den Wiederaufbau vor Ort unterstützen. „Wir mussten nicht lange darüber nachdenken und haben unsere Leistungsbereitschaft direkt zugesichert”, sagte Sebastian Fischer, Leiter Netzbetrieb des Regionalzentrums Münster. 

Der Verteilnetzbetreiber rief einen operativen Koordinationsstab ins Leben und steuerte so zentrale Aspekte wie Reiseplanung, Versicherungen, Arbeitsrecht, Sicherheitsvorgaben und Logistik. Sebastian Fischer war Teil des Koordinationsstabs und blickt stolz zurück auf die ersten Stunden, nachdem die Anfrage auf Unterstützung von NIE Networks kam: „Innerhalb kürzester Zeit meldeten sich 15 Westnetz-Teams freiwillig, um bei der Wiederherstellung der Infrastruktur in Irland zu helfen. Dieses immense Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen war beeindruckend”, sagte Fischer.

Auch ein Team des Regionalzentrums Münster erklärte sich bereit. Der Billerbecker Hendrik Schlottbom, der als Netzmeister für Sonderaufgaben und Kabelschulungen aktiv ist und der Dülmener Lukas Langener, Netzmonteur in der Betriebsstelle Billerbeck, machten sich innerhalb weniger Tage auf den Weg nach Irland. Beide waren von einer ähnlichen Motivation getrieben. Hendrik Schlottbom erklärte: „Vor nicht allzu langer Zeit waren Teile unseres Gebiets im Ahrtal selbst von einer Unwetterkatastrophe betroffen. Für uns ist es daher irgendwie selbstverständlich da zu helfen, wo wir Unterstützung leisten können.”

Nach über 30 Stunden Anreise kamen die zwei Männer in Irland an. Ihr Einsatzort war im westlichen Galway. „Die Truppe, mit der wir unterwegs waren, hatte wirklich Ahnung, war relativ jung und gut drauf”, berichtete Lukas Langener. Ganz gleich, ob Äste aus Freileitungen schneiden, Zuwegungen zu kaputten Freileitungen schaffen oder Leiterseile, die abgerissen waren, zu den Masten bringen: Hendrik Schlottbom und Lukas Langener zeigten an den zehn Tagen ihrer Reise vollen Körpereinsatz. Schnell war da auch die Sprachbarriere vergessen: „Kabel und Hammer auf Englisch übersetzten, war kein Problem. Als es dann aber um Begriffe wie Freileitung, Schraubenschlüssel und Co. ging, half uns unser Schulenglisch nicht mehr weiter”, schmunzelte Hendrik Schlottbom.

Was dem Billerbecker und dem Dülmener nach ihrer Rückkehr Absatz der neu gelernten, englischen Begriffe allem im Kopf geblieben ist, ist die Gastfreundschaft der Menschen: „Wir sind mit unseren Bullis durchs Land gefahren und haben immer mal wieder einen Daumen hoch gezeigt bekommen. Und auf jeder Baustelle haben wir die Dankbarkeit der Menschen gespürt – ein unvergessliches Gefühl”, sagte Langener.

Unterstützung erhielt der irische Netzbetreiber neben Kolleginnen und Kollegen von Westnetz auch von zwölf Kolleginnen und Kollegen des Verteilnetzbetreibers Schleswig-Holstein Netz sowie fünf Mitarbeitenden des Energieunternehmens Avacon, die wie die Westnetz, Teil der E.ON sind.

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