Steffen Keul, Betriebssicherheitsingenieur im Regionalzentrum Münster, gestaltet mit seiner Tätigkeit die Rahmenbedingungen der Arbeit aktiv mit.  Für ihn spielt psychologische Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden eine genauso große Rolle, wie die Sicherheitsjacke und der Schutzhelm auf der Baustelle. Mit einem frischen Blick aus seiner Zeit bei einem Dienstleister aus dem Bereich Arbeitsschutz, bereichert er seit eineinhalb Jahren die Westnetz mit seinem Fachwissen. (Foto: Westnetz GmbH / Kathrin Wiegers)
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Reken/Billerbeck/Münster/Harsewinkel/Warendorf/ Rietberg/Rheda-Wiedenbrück/Brakel/Horn-Bad Meinberg. HSE und PSA sind zwei Abkürzungen, die bei der Westnetz im tagtäglichen Gebrauch sind. Steffen Keul, koordinierender Betriebssicherheitsingenieur im Regionalzentrum Münster, verrät im Interview, was sich hinter den aneinandergereihten Buchstaben verbirgt und wieso HSE und PSA im Unternehmen unverzichtbar sind.

 

Redaktion: Herr Keul, Sie arbeiten seit eineinhalb Jahren für die Westnetz GmbH am Standort in Münster. Was genau ist Ihre Funktion?

Steffen Keul: Als Betriebssicherheitsingenieur bin ich die erste Ansprechperson, wenn es um HSE-Themen geht. HSE steht in der gesamten Westenergie-Gruppe, zu der auch Westnetz als Tochterunternehmen gehört, für Health, Safety and Environment. Also für Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutz.

 

Redaktion: Welche Rolle spielen diese drei Aspekte für das Unternehmen?

Steffen Keul: Das Thema HSE ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und -kultur. Wir möchten zum einen ressourcenschonend und nachhaltig handeln. Zum anderen sollen alle so gesund wieder nach Hause gehen, wie sie zur Arbeit gekommen sind. Das gilt für unsere eigenen Mitarbeitenden, aber auch für Beschäftigte der Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir sehen die unternehmerische Verantwortung, einen Rahmen für unsere Mitarbeitenden zu schaffen, in dem sie sich wohl fühlen und sicher sind. Denn so wie Menschen sich beim Kochen mal schneiden können, oder bei der Gartenarbeit an Dornen stechen, sind auch Unfälle im Arbeitsumfeld nie komplett auszuschließen.

 

Redaktion: Wie schaffen Sie einen solchen Rahmen?

Steffen Keul: Unsere Sicherheitsstandards sind sehr hoch und gehen deutlich über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. HSE bedeutet für das Unternehmen jedoch weitaus mehr als nur Sicherheitsregeln und eine qualitativ hochwertige PSA – also die persönliche Schutzausrüstung. Wir schulen und befähigen die Kolleginnen und Kollegen intensiv im Bereich der Unfall- und Gesundheitsprävention. Beispielsweise gehören Sicherheitschecks zum Arbeitsalltag unserer Mitarbeitenden dazu. Gleichzeitig fördern wir die Auseinandersetzung mit dem Thema durch eine leicht verständliche Gesundheitsapp. In der App können Mitarbeitende beispielsweise Beinahe-Unfälle melden, also Situationen, in denen nichts passiert ist, aber etwas hätte passieren können. Damit schaffen wir Akzeptanz, für den offenen Umgang mit unsicheren Situationen, wie einer Stolperfalle auf einer Baustelle. Klingt banal, ist aber sehr wichtig, denn was viele nicht wissen: Gerade Unfälle im Bereich Stolpern, Rutschen und Stürzen machen einen großen Teil der Unfälle mit Ausfallzeiten von Kolleginnen und Kollegen aus.

 

Redaktion: Wie sensibilisieren Sie die Partnerunternehmen, mit denen Sie zusammenarbeiten?

Steffen Keul: Da unsere Sicherheitsstandards im Vergleich zu anderen Unternehmen häufig höher sind, ist es uns ein Anliegen, in den Austausch mit unseren Partnerfirmen zu gehen. Zum einen möchten wir Verständnis für unsere Auflagen schaffen. Zum anderen möchten wir die Unternehmen ermutigen, sich noch tiefgreifender mit dem Thema Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz auseinanderzusetzen. Denn neben dem Wohlergehen und der Gesundheit von Menschen hat HSE oftmals auch wirtschaftliche Vorteile für Unternehmen. Als Austauschmöglichkeit nutzen wir unseren alljährlichen Partnerfirmen-Sicherheitstag, der vor gut einer Woche stattgefunden hat. Mit vielen Partnerfirmen haben wir im Regionalzentrum Münster über Situationen aus der Praxis diskutiert.

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