
Oberhausen. Am 3. Juni 2025 wurde in Oberhausen der erste FrauenOrt der Stadt feierlich eröffnet – gewidmet der Musikerin, Aktivistin und Antifaschistin Fasia Jansen. Die feierliche Enthüllung der Gedenktafel fand am K14 statt, wo ab sofort eine Infotafel an das Leben und Wirken dieser außergewöhnlichen Frau erinnert.
Fasia Jansen wurde als Schwarze Deutsche in Hamburg geboren und war als Jugendliche Opfer des nationalsozialistischen Regimes. Sie wurde rassistisch verfolgt, zwangsweise medizinisch behandelt und zur Arbeit in einer Außenlagerküche des KZ Neuengamme verpflichtet. Sie überlebte nur knapp – doch eine Anerkennung als Verfolgte des NS-Regimes blieb ihr in der Bundesrepublik Deutschland zeitlebens verwehrt.
Trotz dieser Erfahrungen entwickelte Fasia Jansen eine beeindruckende künstlerische und politische Kraft. Getreu ihrem Leitsatz „Was passiert ist, darf nie wieder geschehen!“ begann sie, Lieder des Widerstands zu schreiben – zunächst für die Ostermärsche der Friedensbewegung. Später wurde sie bundesweit bekannt für ihre Auftritte bei Streiks, Demonstrationen und politischen Aktionen. Ihr Engagement galt dem Frieden, der Menschenwürde, der Gleichstellung und dem Kampf gegen Faschismus.
Für ihr Wirken wurde sie 1991 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – stellvertretend für die gesamte Friedensbewegung – und 1997 mit der Ehrennadel der Stadt Oberhausen.
Die Initiative zur Einrichtung des FrauenOrts ging von den DGB Frauen Mülheim-Essen-Oberhausen aus, die im vergangenen Jahr den Antrag stellten. Die Freude über die Zusage war groß. Tamara Hengstermann von den DGB Frauen MEO erinnert sich:
„Wir haben uns riesig gefreut, dass unser Vorschlag ausgewählt wurde. Fasia Jansen hat uns als Gewerkschaftsfrauen tief geprägt – viele erinnern sich noch lebhaft an ihre Auftritte bei Streiks und Demos. Es ist eine große Ehre, dass sie nun diese verdiente Würdigung erhält.“
Nach der Zusage für den FrauenOrt wurden die Fasia Jansen Stiftung sowie die Fasia Jansen Gesamtschule als Kooperationspartner gewonnen. In enger Zusammenarbeit entstanden über mehrere Monate hinweg Materialien und das Programm zur feierlichen Eröffnung.
Zur Veranstaltung am 3. Juni 2025 sprachen unter anderem Monika Willimzig vom FrauenRat NRW, Bürgermeister Werner Nakot sowie Vertreterinnen und Vertreter der drei tragenden Organisationen: die DGB Frauen MEO, die Fasia Jansen Stiftung und die Fasia Jansen Gesamtschule.
Besondere kulturelle Beiträge kamen von Schülerinnen der Afrobeat-Tanz-AG der Gesamtschule sowie dem Rapper Efdal Nas mit seinem eigens komponierten „Fasia Rap“. Musiker Michael Zachcial rundete das Programm mit Live-Musik ab. Den emotionalen Höhepunkt bildete die feierliche Enthüllung der Gedenktafel am K14 – ein Ort der Erinnerung und Inspiration für alle.
Hintergrund: FrauenOrte NRW
Mit dem Projekt FrauenOrte NRW ehrt der FrauenRat NRW e.V. bis Ende 2025 an 52 Orten insgesamt 57 bedeutende Frauenpersönlichkeiten aus über 1000 Jahren Landesgeschichte – aus allen Regionen und gesellschaftlichen Bereichen: von Pädagoginnen über Politikerinnen, Müllerinnen und Malerinnen bis hin zu Widerstandskämpferinnen, Wissenschaftlerinnen, Kirchenfrauen und Kriegsreporterinnen.
Infotafeln im öffentlichen Raum machen ihre Geschichte sichtbar und würdigen ihren Beitrag zur Gesellschaft. Das Projekt wird getragen vom FrauenRat NRW e.V. und gefördert vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Schirmpatin ist die NRW-Gleichstellungsministerin Josefine Paul.





















