(Foto: Mirac Göl - Interkulturelle Projekthelden)
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Neuss. Die Interkulturellen Projekthelden e. V. aus Neuss präsentierten sich vor kurzem auf großer Bühne: Beim Open Ohr Festival 2025 auf der Zitadelle in Mainz, einem der größten politisch-kulturellen Jugendfestivals Deutschlands, stellten sie ihre erfolgreiche Arbeit in der Jugend-, Kultur- und Demokratieförderung vor. Die Initiative war nicht nur als Gast eingeladen, sondern auch auf einem prominenten Podium vertreten – und nutzte die bundesweite Plattform zur Stärkung und Erweiterung ihres Netzwerks. Die Interkulturellen Projekthelden engagieren sich seit Jahren für Teilhabe, politische Bildung und kulturellen Austausch junger Menschen – und das mit wachsender Wirkung. Ihre Projekte sind längst über die Stadtgrenzen hinaus bekannt: Im vergangenen Jahr wurde der Verein mit dem bundesweiten Nachbarschaftspreis in Berlin ausgezeichnet und ist regelmäßig auf Fachveranstaltungen in ganz Deutschland vertreten. Zudem sind die Projekthelden Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Rhein-Kreis Neuss.

Das Open Ohr Festival fand in seiner 51. Auflage auf dem Gelände der historischen Zitadelle in Mainz statt. Mehr als 11.000 Menschen kamen zusammen, um sich vier Tage lang in Workshops, Diskussionsforen, Theatervorstellungen, Musik-Acts und Performances mit dem Schwerpunktthema „Jugendarbeit zwischen Demokratie und Radikalität“ auseinanderzusetzen. Das Festival ist seit Jahrzehnten ein bedeutender Treffpunkt für junge Zivilgesellschaft, engagierte Initiativen, Kulturschaffende und politische Bildungsträger aus dem gesamten Bundesgebiet.

Im Rahmen einer zentralen Podiumsdiskussion diskutierten Fachleute darüber, wie Jugendarbeit heute auf gesellschaftliche Herausforderungen reagiert – insbesondere angesichts wachsender demokratiefeindlicher Tendenzen, dem Erstarken rechter Bewegungen und hoher AfD-Wahlergebnisse unter jungen Menschen. Auf dem Podium saßen Georg Grohmann (Mobile Jugendarbeit Sachsen e. V.), Lea Eller (Pfadfinderin und Medienpädagogin), Dr. Melanie Oehl (Katholische Hochschule Mainz) und Umut Ali Öksüz, Vorsitzender der Interkulturellen Projekthelden. Moderiert wurde das Gespräch von Reporterin Clara Stritzinger.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen wie: Wie kann Jugendarbeit alle jungen Menschen erreichen und demokratische Werte vermitteln? Wie geht man mit radikalisierten Jugendlichen um – durch Abgrenzung oder durch Dialog? Welche Rolle spielen Herkunft, Bildung und regionale Unterschiede im Demokratieverständnis? Auch die politischen und finanziellen Rahmenbedingungen der Jugendarbeit wurden kritisch betrachtet.

Die Interkulturellen Projekthelden nutzten ihre Teilnahme nicht nur zur Diskussion, sondern auch zur Vorstellung ihrer Praxisbeispiele aus Neuss – mit großer Resonanz: Ihre Jugend- und Kulturarbeit stieß auf enormes Interesse, es entstanden zahlreiche neue Kontakte, Netzwerke und konkrete Kooperationsideen mit Organisationen aus ganz Deutschland. Gemeinsam mit dem Jugendsprecher des Vereins, Mirac Göl war auch Vorsitzender Umut Ali Öksüz persönlich vor Ort – denn gelebte Partizipation ist ein zentrales Prinzip der Projekthelden und fester Bestandteil einer glaubwürdigen und authentischen Jugendarbeit. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Arbeit auf bundesweiter Ebene gesehen, geschätzt und gehört wird“, sagte Umut Ali Öksüz nach der Veranstaltung. „Die Interkulturellen Projekthelden bringen Neusser Jugend- und Demokratieförderung in die Bundesrepublik – mit starken Stimmen, konkreten Erfahrungen und dem Ziel, junge Menschen in ihrer Vielfalt zu stärken.“

Gleichzeitig nahmen die Projekthelden viele neue Impulse, Ideen und Kontakte aus Mainz mit zurück nach Neuss. Ziel ist es, diese Ansätze künftig in der lokalen Jugendarbeit zu verankern, neue Projekte aufzubauen und die überregionalen Kooperationen dauerhaft zu etablieren – um die demokratische Bildung junger Menschen auch vor Ort nachhaltig zu stärken. Das Open Ohr Festival wurde so zu einem wichtigen Meilenstein für den Verein – als Anerkennung für die geleistete Arbeit und als Ausgangspunkt für zukunftsorientierte Partnerschaften im Einsatz für eine offene und demokratische Gesellschaft.

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