Bremerhaven. «Sein oder Nichtsein» ist das Zitat aus Shakespeares «Hamlet» und zugleich eine Schauspielproduktion, die auf der großen Filmkomödie von Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1942 basiert. In Anlehnung an die Gattungen, die Shakespeare in seinen Stücken vorwiegend bediente, nämlich jene der Komödie und der Tragödie, haben Regisseurin Johanna Schall und Dramaturgin Justine Wiechmann den Anspruch, für das Stadttheater Bremerhaven beide Pole mit temporeichen Wechseln gleichberechtigt zu kombinieren. Und zwar so, dass sie das Publikum zu einer Reise in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg einladen, in der die politische Situation und somit die Frage nach Mut und Engagement am Polski Theater in Warschau durchleuchtet wird.
Mit Humor für eine bessere Welt
Denn das Ensemble des Polski Theaters probt eine antifaschistische Komödie. Die Aufführung wird von der polnischen Regierung aus Angst vor einem Konflikt mit dem Hitlerregime verboten. Stattdessen kommt eine «Hamlet»-Inszenierung aus dem Repertoire wieder auf den Spielplan. Mit Elementen des Spiels im Spiel leisten die Schauspielenden Widerstand und sabotieren die Pläne der Nazis. Sie führen ein totalitäres System vor, nutzen künstlerische Mittel wie Persiflage, Ironie, Spott und Sarkasmus und – wie Johanna Schall betont – in Summe «schwarzen Humor» als legitime Mittel zur Benennung von gesellschaftlichen Missständen.
«Sein oder Nichtsein» bleibt aktuell
Am 30. September 1938 unterzeichneten Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland das Münchner Abkommen: die Tschechoslowakei sollte somit das Sudetenland an Deutschland abtreten. Die ersten Jahre wütet der Zweite Weltkrieg überwiegend in Europa, die USA tritt erst später in den Konflikt ein.
«Sein oder Nichtsein» bleibt eine Komödie mit Gegenwartsbezug. 83 Jahre, nachdem Ernst Lubitsch den Film erstmalig in die Kinos brachte, behält dieser vielgespielte Klassiker seine Aktualität, denn er greift das Thema Zensur auf und zeigt somit die Auswirkungen von politischen Machtverhältnissen auf unsere Gesellschaft.
Sein oder Nichtsein
Komödie von Nick Whitby / nach dem Film To Be or Not To Be von Ernst Lubitsch, Drehbuch von Edwin Justus Mayer und Melchior Lengyel
Geeignet ab 14 Jahren
| INSZENIERUNG | Johanna Schall |
| bühne | Sven Hansen |
| KOSTÜME | Jenny Schall |
| DRAMATURGIE | Justine Wiechmann |
| Licht | Daniel Lang |
| Josef Tura (Schauspieler) | Henning Z Bäcker |
| MARIA TURA (SCHAUSPIELERIN, FRAU VON JOSEF) |
Julia Lindhorst-Apfelthaler |
| STANISLAW SOBINSKY (POLNISCHER FLIEGEROFFIZIER) |
Marc Vinzing |
| DOWASZ (SCHAUSPIELDIREKTOR) | Alexander Smirzitz |
| ANNA (GARDEROBIERE) | Marsha B Zimmermann |
| ROWICZ (SCHAUSPIELER) | Frank Auerbach |
| GRÜNBERG (SCHAUSPIELER) | Kay Krause |
| JUNGER GRÜNBERG | Skyler Rose / Laurenz Konstantin Koch (Statisterie) |
| WALOWSKI (VON DER
ZENSURBEHÖRDE) |
Martin Kemner |
| PROFESSOR SILEWSKI (SPION FÜR
DIE GESTAPO) |
Martin Kemner |
| GRUPPENFÜHRER ERHARDT
(MITLIED DER GESTAPO) |
Marc Vinzing |
| REGIEASSISTENZ | Finn Lorenzen |
| INSPIZIENZ | Mahina Gallinger |
| SOUFFLAGE | Lea Beckmann |
| THEATERPÄDAGOGIK | Schirin Badafaras |
Premiere:20. September 2025, 19:30 Uhr // Großes Haus
Kostprobe (Eintritt frei): 16.09.2025, 19:00 Uhr
Weitere Termine:
28.09., 18:00 Uhr / 05.10., 15:00 Uhr / 10.10., 18.10., 23.10., 26.10., 01.11., 07.11., 14.11., 19.12., 19:30 Uhr
Stadttheater Bremerhaven
Am Alten Hafen 25
27568 Bremerhaven
www.stadttheaterbremerhaven.de





















