Mia Kiene im Einsatz für Was mit Kunst!? (Foto: Nils Kemmerling, Filmwerkstatt Düsseldorf / Junge Filmwerkstatt)
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Düsseldorf. Zwischen Farbeimern, Kameras und Skizzenblöcken herrscht konzentrierte Betriebsamkeit: Im KIT – Kunst im Tunnel läuft derzeit die Arbeitsphase von Was mit Kunst!?

In der ersten Woche der Herbstferien treffen sich über 50 Jugendliche, um eine eigene Ausstellung auf die Beine zu stellen. Das Jugendkunstprojekt, von KIT und der Filmwerkstatt Düsseldorf initiiert, geht in diesem Jahr in die vierte Runde.

Acht Arbeitsgruppen – Bildhauerei, Bücher & Zines (das sind kleine, selbst gestaltete Magazine oder Hefte), Fotografie, Malerei, Performance, Sound, Urban Art und Video/Bewegtbild – entwickeln ihre eigenen künstlerischen Ansätze. „Es geht darum, den Jugendlichen Raum zu geben, sich auszuprobieren und eigene Ausdrucksformen zu finden“, erklärt Nils Kemmerling, Leiter der Jungen Filmwerkstatt und Künstler. Jana-Catharina Israel, Leiterin Kulturelle Bildung KIT und Kunsthalle,  ergänzt: „Mir ist es wichtig, dass Was mit Kunst!? ein großes Gemeinschaftsprojekt ist, bei dem alle voneinander lernen, sich Perspektiven ändern und die Jugendlichen am Ende empowert sind, ihren eigenen Weg zu finden.“

Natürlich fällt die Kunst auch hier nicht vom Himmel in den Tunnel. Seit Monaten sind die Projektteilnehmenden unterwegs, um Impulse zu sammeln: Die Gruppe Bücher & Zines war beim „Press It!“-Festival in Gelsenkirchen, die Fotografie-Gruppe besuchte das K21, die Performance-Gruppe probt im Tanzhaus NRW, die Malerei-Gruppe arbeitet im Atelier der Kunsthalle. Die Bildhauerei-Gruppe erschuf Wachsfiguren, die in Bronze gegossen wurden. Die Video-Gruppe konzipierte und produziert in der Filmwerkstatt. Begleitet werden alle von professionellen Künstlerinnen und Künstlern, die als Mentorinnen und Mentoren unterstützen.

Mia Kiene (17) macht nächstes Jahr ihr Abitur auf dem Humboldt-Gymnasium. „Ich bin in die Video-Gruppe gegangen, weil ich hier professionelle Kameras nutzen kann.“ Sie war bereits mit der Kamera in der Stadt unterwegs, in der Filmwerkstatt wird sie während der Projektwoche das Material mit Hilfe von Profis schneiden und verfeinern. Ob sie schon jetzt verrät, um was es geht? „Es handelt von der Anonymität in der Stadt. Zwei Menschen begegnen sich immer wieder, in der U-Bahn-Station oder auf dem Zebrastreifen.“ Und nach dem Abitur? „Pläne habe ich noch keine, aber ich kann mir vorstellen in Richtung Kunst zu gehen.“

Dass das KIT zum vierten Mal den unterirdischen Tunnel für dieses Jugendkunstprojekt öffnet, hat Signalwirkung für die Kunstszene der Stadt. Für viele Jugendliche ist Was mit Kunst!? mehr als nur ein Ferienprojekt – es ist der Beginn einer eigenen künstlerischen Biografie. Aus der Idee der Projektleitenden, das KIT und die Filmwerkstatt als Orte der Vermittlung und Jugendförderung zusammenzubringen, ist ein eigenständiges Format für junge Erwachsene geworden. „Das Projekt zeigt, wie viel künstlerisches Potenzial in dieser Stadt steckt – wenn man jungen Menschen die Gelegenheit gibt, professionell zu arbeiten und zu präsentieren“, sagt Kemmerling.

Bis Samstag um 17 Uhr muss alles fertig sein, denn dann wird die Ausstellung Was mit Kunst!? offiziell eröffnet. Und weil es danach Grund zu feiern und zum Netzwerken gibt, findet ab 20 Uhr in der Filmwerkstatt Düsseldorf eine Aftershow mit Projektionen, Performances und Live-Musik der Düsseldorfer Bands Pure Panic und DiScoville sowie DJ-Sets von Schickmichmic und Finian statt.


Vernissage: 18.10. um 17.00 Uhr im KIT, Mannesmannufer 1b, Düsseldorf

Aftershow: 18.10. ab 20.00 Uhr in der Filmwerkstatt Düsseldorf, Birkenstraße 47 (Hinterhof)

Die Ausstellung im KIT – Kunst im Tunnel läuft vom 19. bis 28. Oktober 2025.
Begleitprogramm mit Führungen und Workshops unter https://www.was-mit-kunst.de/2025-2/pr-ogramm/

Der Eintritt ist frei.

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