Duisburg. Am Montagabend wurden die 49. Duisburger Filmwoche und ihr Partnerfestival doxs! unter dem Motto „Halt“ feierlich eröffnet.
Festivalleiter Alexander Scholz stimmte das Publikum auf das Programm der Festivalwoche ein: „Sie werden Filme sehen, die wie Widerhaken sind in den Wirklichkeiten, die sie zeigen; die Formen finden, ihre Zuschauer:innen zu aktivieren und zu involvieren.“ Dabei ginge es den Dokumentarfilmen bei der Filmwoche darum, „den Verhältnissen Bilder zu geben, zwischen denen Platz ist für Zuschauende.“ Scholz betonte in seiner Eröffnungsrede die Wichtigkeit des gemeinsamen Erlebens von Filmen im Kino: „Dokumentarfilme beziehen uns in ihre Konstruktion von Wirklichkeit ein. Machen Sie mit!“
Dr. Michael Reitemeyer, Abteilungsleiter Kultur im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, lobte das kulturelle Selbstverständnis der Duisburger Filmwoche. Das Festival sei „mehr Resonanzraum als Abspielort“ und betrachte sein Publikum „als kritisches Gegenüber und nicht als Kundschaft“.
„Film schafft einen Raum, in dem wir andere Lebenswelten kennenlernen, aus unseren gewohnten Blickwinkeln heraustreten und neue Fragen wagen können“, betonte Astrid Neese, Leiterin des Dezernats für Bildung, Arbeit und Soziales, bei ihrer Rede: „Dokumentarfilm zeigt nicht nur ‚Was ist‘, sondern erlaubt das Nachdenken über ‚Was könnte sein‘. Er eröffnet Begegnung statt Abgrenzung.“
Im Anschluss feierte MY BOYFRIEND EL FASCISTA seine Deutsche Erstaufführung. Filmemacher Matthias Lintner dokumentiert darin die Beziehung zu seinem Partner Saniel. In intimen Bildern zeigt Lintner dessen allmähliche Radikalisierung – und dass Liebe und Politik nicht voreinander Halt machen. Im anschließenden Filmgespräch sprach Matthias Lintner mit Kommissionsmitglied Mischa Hedinger über seinen intuitiven Zugang im Filmemachen und seine Mehrfachrolle als Partner, Kameramann und Regisseur.
Noch bis Sonntag, den 9. November, steht Duisburg ganz im Zeichen des Dokumentarfilms. 22 Werke aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden im Kino filmforum gezeigt und mit dem Publikum diskutiert. Wie in Duisburg üblich werden die Filmgespräche protokolliert und sind zeitnah auf Protokult nachzulesen.
Das Festival findet seinen festlichen Höhepunkt am Samstag, den 9. November, mit der Preisverleihung, bei der sechs Auszeichnungen verliehen werden. In diesem Jahr ist das Duisburger Publikum herzlich dazu eingeladen, an der Preisverleihung teilzunehmen und im Anschluss daran den frisch gekürten Preis der Stadt Duisburg für die kurze bis mittellange Form zu sehen. Tickets für die Veranstaltungen des Festivals sind online über das filmforum zu erwerben. Darüber hinaus haben Kund:innen der Stadtbibliothek Duisburg über die Streaming-Plattform „Foyer“ ohne vorherige Registrierung mit den Zugangsdaten ihres Bibliothekskontos kostenlos Zugriff auf die Filme des Programms.



























