
Krefeld. Die Gesamtschule am Botanischen Garten ist jetzt offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”. Damit möchte sie aktiv für Vielfalt, Toleranz und gegenseitigen Respekt eintreten. Sie ist die 18. Krefelder Schule, die dem bundesweiten Netzwerk mit über 4.800 Mitgliedern beitritt. Die Siegelübergabe am 7. November verknüpfte die Oppumer Schule mit einer Feier, an der Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und weitere Mitarbeitende ebenso wie Bürgermeisterin Gisela Klaer und die Integrationsbeauftragte Dr. Silvia Fiebig teilnahmen. Die Patenschaft haben die Krefeld Ravens übernommen.
Schulleichter Michael Suntrop freute sich über die Zertifizierung: „Dieses Siegel ist mehr als nur ein Schild an unserer Eingangstür. Es ist ein sichtbares Bekenntnis zu einer Schulkultur, in der gegenseitiger Respekt und Zivilcourage gelebt werden. Wir wollen nicht wegschauen, sondern handeln, im Großen wie im Kleinen. Und wir sind stolz darauf, dass unser Engagement nun auch nach außen sichtbar wird. Doch das Siegel ist kein Endpunkt. Es ist ein Auftrag, uns jeden Tag aufs Neue für eine offene, respektvolle und solidarische Schulgemeinschaft einzusetzen.”
Gesamtschule stimmte über Netzwerkbeitritt ab
Die Idee für das Engagement entstand an der Gesamtschule bereits vor rund eineinhalb Jahren. Bei einer schulinternen Abstimmung – dies ist ein Kriterium für das Siegel – sprach sich eine große Mehrheit aller Schüler und Mitarbeitenden für den Netzwerkbeitritt aus. Dieser Schritt fügt sich ein in die gesamtschulischen Bemühungen, sich entschieden gegen Rassismus und Ausgrenzung zu positionieren. Schon seit ihrer Gründung im Jahr 2015 strengt die Gesamtschule regelmäßig verschiedene Projekte und Aktionen für ein friedliches wie diskriminierungsfreies Miteinander an.
Ohnehin demonstrierte die Schule bei der Siegelübergabe, dass sie die Zertifizierung mit Leben zu füllen plant und die Anti-Diskriminierungsarbeit konkret in den Schulalltag integrieren möchte. Mehrere Kunstkurse hatten im Vorfeld Schulstühle bunt mit unmissverständlichen, kreativen Botschaften gegen Ausgrenzung verziert. Sie werden künftig dauerhaft ausgestellt. Eine Fensterfront wurde flächendeckend mit dem markanten Netzwerklogo und bunten Handabdrücken bemalt. Und der Wahlpflicht-Kurs „Darstellen und Gestalten” der achten Jahrgangsstufe reicherte eine Hörspiel-Aufführung durch einen Themenstrang an, der sich explizit mit Diskriminierung befasste. Als Vorarbeit für die Zertifizierung hatten alle Klassen bereits kurz nach den Sommerferien einen Projekttag zum Thema Respekt gestaltet. Zum sozialen Engagement und zur Erinnerungsarbeit gehört zudem schon seit mehreren Jahren, dass die Schüler sich an der Reinigung von Stolpersteinen beteiligen.
Stadt vernetzt Krefelder Courage-Schulen
Während des Zertifizierungsprozesses bestand eine enge Kooperation mit der Stadt Krefeld. Beim Fachbereich Migration und Integration koordiniert Danayt Ferus Zewolde das Projekt „Schule ohne Rassismus” in Krefeld. Sie organisiert Angebote und Veranstaltungen, berät bei diskriminierenden Vorfällen und vernetzt alle Krefelder Courage-Schulen miteinander. Im Oktober versammelte sie erstmals auch alle Mitglieder an einem gemeinsamen Runden Tisch. In ihrer Rede betonte Danayt Ferus Zewolde: „Wir können uns nicht vollkommen freisprechen davon, ohne Vorurteile zu sein. Aber wir können bewusst Haltung zeigen, hinsehen, zuhören und handeln. Der Titel ‚ohne Rassismus’ steht dabei weniger für einen erreichten Zustand als für eine gemeinsame Vision – für eine friedliche, inklusive Zukunft, auf die wir gemeinsam hinblicken und die wir mitgestalten.”
Als Geschenk erhielt die Gesamtschule am Botanischen Garten nicht nur eine Plakette des Netzwerkes, die nun einen prominenten, sichtbaren Platz an der Schule einnimmt. Das Football-Team der Krefeld Ravens übergab Schulleiter Michael Suntrop außerdem ein signiertes Trikot. Eine Patenschaft ist eine weitere Voraussetzung, um „Schule ohne Rassismus” werden zu können. Zwischen der Gesamtschule und den Krefeld Ravens besteht schon seit mehreren Jahren guter Kontakt. Der Verein veranstaltete hier bereits eine Projektwoche und Schnupper-AG. Als die Anfrage für die Patenschaft kam, sagte der Verein umgehend zu. „Dieses Netzwerk vertritt genau die Werte, die uns als Verein auch wichtig sind. American Football ist ein sehr integrativer Sport. Und bei unserer Gründung haben wir uns den Kodex auferlegt, dass wir unseren Sport allen Menschen in und um Krefeld zugänglich machen möchten, völlig egal, welche Hautfarbe, Nationalität, Sexualität oder Religion sie haben”, bekräftigte Ravens-Geschäftsführer Christoph Wittfeld.
Krefeld hat 18 „Schulen ohne Rassismus”
Folgende Krefelder Schulen sind Mitglied bei „Schule ohne Rassimus – Schule mit Courage”: Berufskolleg Uerdingen, Berufskolleg Vera Beckers, Berufskolleg Glockenspitz, Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium, Gesamtschule Kaiserplatz, Gesamtschule am Botanischen Garten, Robert-Jungk-Gesamtschule, Kurt-Tucholsky-Gesamtschule, Gesamtschule Uerdingen, Marienschule, Gymnasium Fabritianum, Freiherr-vom-Stein-Realschule, Gymnasium am Moltkeplatz, Ricarda-Huch-Gymnasium, Gymnasium Horkesgath, Realschule Horkesgath, Gymnasium am Stadtpark, Brüder-Grimm-Schule.

























