Das Banner „Frei leben ohne Gewalt“ weht zum Internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ am Mülheimer Stadthafen. Im Hintergrund ist die Rote Bank gegen Gewalt an Frauen zu sehen (Foto: Helena Grebe / Stadt Mülheim an der Ruhr)
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Mülheim an der Ruhr. Um ein lokales Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen, ist die Fahne “Frei leben ohne Gewalt” der Gleichstellungsstelle Mülheim an der Ruhr im November 2025 am Stadthafen gehisst. Weltweit wehen in der Zeit rund um den Internationalen Gedenktag “NEIN zu Gewalt an Frauen”, den 25. November, tausende Terre des Femmes-Fahnen.

#WegAusDerGewalt

Frauen, die den #WegAusDerGewalt gehen, haben meistens eine lange Zeit voller Gewalt, Angst und Unsicherheit hinter sich. Und für Frauen, die sich aus der Gewalt des Täters befreien, ist auch nach der Trennung die Gefahr nicht vorbei. Fast jeden zweiten Tag wird eine Frau ermordet – von ihrem Partner oder Ex-Partner.

Damit das Leben von Frauen nicht am seidenen Faden hängt, braucht es Strukturen, die nach der Trennung Sicherheit geben: ein starkes Netz aus Institutionen und Hilfsangeboten. Familienrichter*innen, Staatsanwält*innen, Polizist*innen, Mitarbeitende von Beratungsstellen, Ärzt*innen – bei ihnen müssen die Fäden zusammenlaufen, sie müssen enger und besser miteinander vernetzt sein, um nachhaltigen Gewaltschutz zu erreichen und Femizide zu verhindern.

Das Netz wird stärker und größer, je mehr Menschen für das Thema sensibilisiert und bereit sind, hinzuschauen, nachzufragen, und Hilfe anzubieten. Dieses Netz können wir alle sein: Freund*innen, Verwandte, Kolleg*innen, Nachbar*innen. Ein Netz der Sicherheit, das eine gewaltbetroffene Frau trägt – bis in ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben, in dem sie selbst die Fäden in der Hand hält.

Laut der Zahlen des NRW-Lagebilds häusliche Gewalt für den Berichtszeitraum 2024 hat es 66 754 Opfer häuslicher Gewalt gegeben. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen um 1,9 Prozent gestiegen! 2024 wurden unter den ausgewählten Straftaten(-gruppen) der Häuslichen Gewalt insgesamt 66 754 Opfer von vollendeten und versuchten Delikten erfasst. Dies entspricht einem Anstieg von 1 272 Opfern gegenüber 2023. Der Fünfjahresvergleich zeigt einen Anstieg der Opfer von Häuslicher Gewalt von 16,3 Prozent (2020: 57 419 Opfer)!

Der Anteil der Opfer von Partnerschaftsgewalt lag 2024 bei 63,0 Prozent (42 045 Opfer). Bei der innerfamiliären Gewalt belief sich der Anteil auf 37,0 Prozent (24 709 Opfer). Bei der Partnerschaftsgewalt gab es 42 045 Opfer (2023: 41 505 Opfer; + 1,3 %) davon waren 80,6 % weiblich (33 876) und 19,4 % männlich (8 169). Darunter fielen 65 Opfer im Deliktsbereich Mord und Totschlag, es verstarben 29 Opfer.

Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung der Polizei Essen/Mülheim für das Jahr 2024 stehen dem Bundestrend entgegen. Es wurden 207 Fälle verzeichnet, 69 Fälle weniger als im Vorjahr. 92,8 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen waren männlich und 86,6 Prozent der Opfer waren weiblich.

Umfassende Informationen und erste Hilfe bei Partnerschaftsgewalt und Gewalt gegen Frauen bietet das Hilfetelefon rund um die Uhr in 18 Sprachen unter 116 016 oder www.hilfetelefon.de.

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