
Schöppingen. Westnetz treibt die Energiewende voran und investiert in das Stromnetz der Zukunft. Aus diesem Grund hat der Verteilnetzbetreiber in Schöppingen innerhalb in kürzester Zeit zwei weitere, neue Ortsnetzstationen errichtet. Eine dritte wird noch in diesem Jahr folgen. Die beiden Stationen, die bereits installiert wurden, ersetzen nicht bestehende Stationen t, sondern werden zusätzlich in die Versorgungsnetze integriert. Nötig werden die zusätzlichen Anlagen durch den gestiegenen Leitungsbedarf der Wohnbebauungen im direkten Umfeld. Das Besondere an diesen neuen Stationen ist, dass es sich um sogenannte digitale Ortsnetzstationen handelt. Hiermit verbessert das Unternehmen die Steuerung des Stromnetzes, indem Echtzeitinformationen zur Stromverteilung und Spannung direkt an die zentrale Leitstelle übermittelt werden. Dies ermöglicht eine Fernsteuerung und trägt zu einer noch zuverlässigeren Stromversorgung bei, da im Bedarfsfall beispielsweise noch schneller auf Störungen reagiert werden kann.
Geplant wurde die neue Netzverstärkungsmaßnahme am Westnetz-Betriebsstandort in Metelen. In der gesamten Region verantwortet Westnetz die Planung, den Bau, die Instandhaltung und den Betrieb von 12.400 Kilometern Strom-, 2.500 Kilometern Gas- und 170 Kilometern Wassernetz. Insgesamt 130 Mitarbeiter sorgen in der Region für eine zuverlässige Energieversorgung.
Eine neue Station, im Neubaugebiet Im Winkel, wird künftig die dort neu entstehenden Häuser versorgen. Die zweite neue Station, im Gebiet Am Überweg, wurde Ende Oktober geliefert und jetzt ins Netz eingebunden. Mit dieser Station reagiert der Verteilnetzbetreiber auf den gestiegenen Leitungsbedarf im direkten Umfeld: Diese Station ist nicht nur digital, sondern ist darüber hinaus mit einem regelbaren Ortsnetztransformator (rONT) ausgestattet, um die Spannungsverhältnisse in diesem Gebiet, mit Wohnbebauung auf der einen Seite und dem angrenzenden Gewerbegebiet auf der anderen Seite zu regeln.
Der rONT sorgt bei hoher Einspeisung aus regenerativer Erzeugung bei gleichzeitig hohem Bezug automatisch dafür, dass die Spannung im Netz innerhalb der zulässigen Grenzen gehalten wird. Das führt zu einer stabileren Spannungsversorgung.
Schon heute sieht der Verteilnetzbetreiber einen signifikanten Anstieg der Netzbelastung und investiert daher frühzeitig in die Modernisierung der Technik. „In ein paar Jahren werden unsere Netze einer deutlich höheren Belastung ausgesetzt sein“, sagte Fabian Lehnker, Netzplaner am Westnetz-Standort in Metelen. „Dazu tragen vor allem der Ausbau der Elektromobilität sowie der Einsatz von Wärmepumpen bei. Zusätzlich muss das Netz immer mehr Energie aus Photovoltaikanlagen dezentral aufnehmen. Um diese Entwicklung aufzufangen, bereiten wir unsere Technik schon heute auf die Zukunft vor”, ergänzte Westnetz-Planer Patrick Schröter.
„Digitalisierung ist der Fortschrittsmotor schlechthin“, sagte Schöppingens neuer Bürgermeister Christoph Giesel bei der Besichtigung der neuen Station. „Diese Investition in die Zukunft unserer Energieinfrastruktur wird dazu beitragen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen, damit die Menschen sich hier attraktiven Wohnraum schaffen können.“
Bis zum Jahresende wird am Bürgerweg eine dritte neue Station aufgestellt. Dabei wird eine bestehende Station durch eine neue, leistungsstärkere und digitale Station ersetzt.
Ortsnetzstationen spielen eine Schlüsselrolle in der Energieversorgung, indem sie Mittelspannung in haushaltsübliche Niederspannung umwandeln. Digitale Ortsnetzstationen haben die gleiche Funktion, übertragen aber zusätzlich Live-Daten über Mobilfunk oder Glasfaseranbindung. So kann Westnetz das Stromnetz in Echtzeit analysieren und bei Bedarf schneller reagieren. Darüber hinaus erkennt das smarte System ungewünschte Vorkommnisse besonders schnell: Die Technik hilft, Fehler einzugrenzen und Ausfallzeiten zu reduzieren. Mit den gewonnenen Daten kann zudem der Betrieb der Netze noch bedarfsgerechter auf die zukünftigen Herausforderungen ausgerichtet werden.
Im Zuge der Digitalisierung der Infrastruktur modernisiert Westnetz fortlaufend die Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze im Versorgungsgebiet und macht sie fit für die Zukunft. Die Energiewende ist für die Verteilnetze ein Stresstest. Werden sie nicht massiv ausgebaut, werden sie diesen Test nicht bestehen. Für die Verteilnetzbetreiber besteht die Herausforderung darin, die steigenden Zahlen an neuen Verbrauchern und Erzeugern an die Stromnetze anzuschließen. Mit erheblichen Investitionen treibt Westnetz den Ausbau und die Verstärkung des Stromnetzes in den nächsten Jahren deutlich voran. Neben dem klassischen Netzausbau, also dem Zubau von mehr Leitungen, mehr Transformatoren und mehr Ortsnetzstationen, treibt Westnetz deshalb auch die Digitalisierung der Infrastrukturen massiv voran. Die Maßnahmen umfassen alle Ebenen des Verteilnetzes, wie die Erweiterung von Umspannwerken, aber auch die Errichtung digitaler Ortsnetzstationen. Damit ist es möglich, die Netze bei unerwarteten Verbrauchsspitzen oder hohen Stromerträgen durch Photovoltaik- oder Windkraftanlagen präzise zu steuern. Westnetz nimmt damit als Treiber der Energiewende eine führende Rolle im notwendigen Umbau der Energienetze in der Region ein.
Hintergrund:
Das Stromnetz kann man sich wie ein Straßennetz vorstellen: Es gibt Autobahnen, Bundesstraßen und Landstraßen. Ebenso teilt sich das Stromnetz in das Hochspannungsnetz (110.000 Volt), das Mittelspannungsnetz (10.000 Volt) und das Niederspannungsnetz (400 Volt) auf. Die unterschiedlichen Netze bedienen verschiedene Abnehmer: das Hochspannungsnetz größere Orte und energieintensive Unternehmen, das Mittelspannungsnetz kleinere Orte und Unternehmen sowie das Niederspannungsnetz einzelne Haushalte und Geschäfte. Umspannwerke und Ortsnetzstationen stellen die Verbindung zwischen den einzelnen Spannungsebenen her – vergleichbar mit Autobahnkreuzen oder Autobahnabfahrten.



















