Wolfgang Klinger (Foto: Linke Liste Moers)
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Moers. Die Fraktion Die Linke Liste im Rat der Stadt Moers fordert die Stadtverwaltung auf, unverzüglich konkrete Schritte zur Sicherung der Moerser Tafel zu unternehmen. Die Tafel versorgt derzeit regelmäßig rund 2.000 Menschen in etwa 600 Haushalten mit Lebensmitteln. Die Kündigung der Räumlichkeiten an der Wittfeldstraße zum 31. Dezember 2026 und die bisher erfolglosen Bemühungen um Ersatzflächen bringen diese wichtige Versorgung jedoch in akute Gefahr.

Wolfgang Klinger, sachkundiger Bürger im Sozialausschuss und sozialpolitischer Sprecher der Linken Liste Moers, macht die Dringlichkeit deutlich: „Die Moerser Tafel ist ein unverzichtbarer Baustein im Kampf gegen Armut. Ein Wegfall der Versorgung würde unmittelbar Hunderten Menschen in unserer Stadt schaden. Die Stadt darf nicht tatenlos zusehen — wir erwarten jetzt kurzfristige, konkrete Hilfe.“

Die Linke Liste fordert deshalb sofortiges und entschlossenes Handeln der Verwaltung. Notwendig ist die schnelle Bereitstellung städtischer Ersatzflächen oder verbindlicher Angebote geeigneter Immobilien. Auch kurzfristige Übergangslösungen müssen gesichert werden, etwa durch temporäre Container, die Nutzung von Gemeindehallen oder Kooperationen mit Vereinen, damit die Lebensmittelausgabe ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann. Ergänzend braucht es Mietzuschüsse sowie logistische Unterstützung etwa für Transport, Lagertechnik und Personalressourcen während der Umzugsphase. Zudem müssen schon im kommenden Haushaltsjahr 2026 ausreichend Mittel eingeplant werden, um Umzug, Ausstattung und Stabilisierung der Tafelarbeit zu gewährleisten.


Ein Wegfall der Moerser Tafel hätte nach Auffassung der Linken Liste gravierende soziale Folgen für zahlreiche einkommensschwache Haushalte, darunter Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen und Geflüchtete. Für viele sei die Tafel die letzte verlässliche Anlaufstelle, um die Grundversorgung sicherzustellen. „Ohne entschlossenes Handeln der Stadt drohe ein sozialpolitischer Notfall“, so die Linke Liste.

Darüber hinaus fordert die Linke Liste die Einrichtung einer Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Verwaltung, der Tafel, der Ratsfraktionen und zivilgesellschaftlicher Akteure. Dieses Gremium soll ein verbindliches und langfristiges Konzept zur Sicherung der Lebensmittelversorgung in Moers entwickeln, damit die Tafelarbeit künftig auf eine verlässliche Grundlage gestellt wird.

Für die Sitzung des Sozialausschusses am 2. Dezember hat die Linke Liste einen umfassenden Fragenkatalog eingereicht. Die Fraktion erwartet von der Verwaltung transparente Informationen zum aktuellen Sachstand sowie konkrete Maßnahmenvorschläge, um die drohende Versorgungslücke abzuwenden.

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