Das Gedenkfenster für die alte Duisburger Synagoge befindet sich rechts neben dem Haupteingang, weist zum Rathaus. Gestaltet nach einem Entwurf des jüdischen Künstlers Naftali Bezem erinnert es an die Zerstörung der Duisburger Synagoge durch die Nationalsozialisten am 9. November 1938 (Foto: Evangelische Kirchengemeinde Alt-Duisburg)
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Duisburg. Seit mehreren Jahren laden anlässlich des internationalen Holocaustgedenktages vom 27. Januar immer zum Ende dieses Monats Duisburger Kirchen und Organisationen gemeinsam zu einem Ökumenischen Gottesdienst in die Salvatorkirche ein – jetzt am Sonntag, 25. Januar 2025 um 16 Uhr.

Und auch das diesjährige Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und der Befreiung von Auschwitz vor 81 Jahren gestalten Schülerinnen und Schüler vom Landfermann-Gymnasium mit. Das Landfermann ist als zertifizierte „Schule ohne Rassismus Schule mit Courage“ schon seit vielen Jahren mit Beiträgen dabei.

Diesmal sind es Schülerinnen und Schüler aus dem Jahrgang 9. Klasse, die den Prozess gegen Johannes Kühnemann thematisieren. Der Tatvorwurf gegen den NS-Mann lautete: mehrfacher Mord in Auschwitz. Die Schülerinnen und Schüler stellen szenisch eine Gerichtsverhandlung dar – mit einem Richter, der Anklage, der Verteidigung und mit Zeugen -, um sich anschließend der Frage zu stellen: „Wie hätte ich Recht gesprochen?“ und wie müssen Zeuginnen und Zeugen, die Opfer waren, diesen Prozess erlebt haben? Die Predigt stellt die Frage nach Gerechtigkeit und Wiedergutmachung.

Im Gottesdienst wirken u.a. Stadtdechant Pfarrer Andreas Brocke von der katholischen Kirche, Pfarrer Martin Winterberg von der Salvatorkirche sowie Pfarrerin Sarah Süselbeck vom Vorstand der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Duisburg Mülheim Oberhausen mit.

Pfarrerin Süselbeck erlebte bei der Vorbereitung des Gottesdienstes auch diesen Jahrgang des Landfermann Gymnasiums als super engagiert. „Ich bin sehr beeindruckt von der Bereitschaft, diesen Gottesdienst jedes Jahr mitzugestalten. Und ich bin dankbar, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Perspektive einbringen und sich kritisch mit der Zeit auseinandersetzen.“

Zu diesem Gedenkgottesdienst lädt die Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit Duisburg-Mülheim-Oberhausen e.V. zusammen mit dem Evangelischen Kirchenkreis Duisburg, der Katholische Stadtkirche Duisburg, dem Bündnis für Toleranz und Zivilcourage in Duisburg und der Katholische Erwachsenen- und Familienbildung Duisburg herzlich ein.

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