Düsseldorf. 5.000 Kondome für Karnevalisten: Während der “tollen Tage” werden Düsseldorfer Taxifahrerinnen und Taxifahrer an ihre Kundschaft wieder Kondome im Auftrag des Gesundheitsamtes der Landeshauptstadt verteilen. Mit dieser Aktion soll auf das Risiko einer möglichen Ansteckung mit HIV oder anderer sexuell übertragbarer Infektionen durch ungeschützte sexuelle Kontakte aufmerksam gemacht werden. Denn besonders in der Karnevalszeit begegnen sich Menschen – oftmals bedingt durch Alkoholkonsum – ungezwungener, und manches Mal wird dadurch bei Sexualkontakten auf Schutzmaßnahmen und SaferSex-Praktiken verzichtet.
Diese Präventionsmaßnahme in Kooperation mit Taxi Düsseldorf besteht bereits seit mehr als 20 Jahren und trifft in jedem Jahr auf große Bereitschaft zur Beteiligung. Ab Altweiber (Donnerstag, 12. Februar 2026) haben die 250 Fahrerinnen und Fahrer insgesamt 5.000 Kondome an Bord, die sie kostenlos herausgeben. Jedem “Gummi” ist eine Postkarte beigefügt, die über Kontaktdaten der Fachstelle Sexuelle Gesundheit und zur Terminvereinbarung zum HIV-Antikörpertest informiert.
Bei der Zahl der HIV-Neuinfektionen ist ein leichter Anstieg zu den Vorjahren zu verzeichnen. Die im Epidemiologischen Bulletin veröffentlichte Analyse anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember zeigt, dass sich im Jahr 2024 geschätzt 2.300 Personen mit HIV infiziert haben, etwa 200 mehr als im Jahr 2023 (Robert-Koch-Institut, Stand 25. November 2025). Eine möglichst frühe Diagnose einer HIV-Neuinfektion ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig, denn so besteht die Möglichkeit, rechtzeitig mit einer medikamentösen Therapie zu beginnen und damit den Infektionsverlauf günstig zu beeinflussen und einen schweren Infektions- und Krankheitsverlauf zu verhindern.
Die Zahlen der sexuell übertragbaren Infektionen (STI) in Deutschland nehmen insgesamt zu. Die Fachstelle Sexuelle Gesundheit informiert auch zu Infektionen wie Syphilis, Chlamydien und Gonorrhö und führt auf Wunsch Tests durch. Das frühe Erkennen der teilweise symptomfrei verlaufenden Infektionen kann eine Weiterverbreitung und Langzeitfolgen verhindern.
Die Fachstelle Sexuelle Gesundheit im Gesundheitsamt auf der Kölner Straße 180 bietet vertrauliche Beratung und einen kostenfreien und anonymen HIV-Test an. Der HIV-Test findet nach vorheriger Online-Terminreservierung unter www.duesseldorf.de/hiv-sti-check oder ohne Terminbuchung montags von 13 bis 14.30 Uhr statt.
Besonders an Karneval gilt: “Achtung! K.O.-Tropfen”
Pünktlich zum Karnevalswochenende warnt der Kriminalpräventive Rat der Landeshauptstadt (KPR) vor so genannten K.O.-Tropfen. Diese farb-, geruchs- und geschmacksneutralen Betäubungsmittel kommen sowohl in Kneipen und Diskotheken als auch überall dort zum Einsatz, wo Getränke konsumiert werden. Die Täter mischen sie ihren Opfern, wenn gefeiert wird und ausgelassene Stimmung herrscht, in die Getränke. Ziel ist es, die Opfer mittels der Tropfen kurzzeitig orientierungs-, hilf- oder willenlos zu machen. So können die Täter sie sexuell missbrauchen oder ausrauben.
Hier einige Tipps, wie Betroffene und/oder Freunde sich im Verdachtsfall verhalten sollten und was sie im Notfall tun können:
- In Kneipen und Discotheken das eigene Glas nicht unbeaufsichtigt stehen lassen.
- Vor dem Gang zur Tanzfläche oder zur Toilette das Glas möglichst austrinken.
- Hat die Möglichkeit bestanden, dass jemand unbemerkt etwas in das Glas getan haben könnte, zur eigenen Sicherheit ein neues Getränk bestellen.
- Bei plötzlicher Übelkeit, Schwindel oder Unwohlsein Freunde und/oder das Personal des Betriebes ansprechen.
- Nur mit Freunden oder Vertrauenspersonen den Ort verlassen. Nie mit Fremden mitgehen.
- Wenn jemand in einer Kneipe oder Disco plötzlich über Übelkeit, Schwindel oder Unwohlsein klagt, seine Aussagen ernst nehmen und Freunde und/oder Personal hinzuziehen. Wenn es dem Menschen erkennbar sehr schlecht geht, sollte ein Krankenwagen alarmiert werden.
- Wer den Verdacht hat, unter Einfluss von K.O.-Tropfen geraten zu sein, sollte den Polizeinotruf 110 wählen.Die Fachgruppen des KPR “Opferschutz” und “Gewaltprävention – Lesben, Schwule, Trans*” verfolgen das Thema K.O.-Tropfen bereits seit 2008. Weiterführende Informationen zum Thema gibt es auf der Internetseite: www.ko-tropfen-duesseldorf.de





















