
Krefeld. Die stups-Kinder empfingen ihn mit leuchtend grünen Luftballons, grünen Hüten, Musik und Polonaise, in die er sich einreihte: Anlässlich des Tags der Kinderhospizarbeit war NRW-Minister Karl-Josef Laumann (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales) am Dienstagvormittag (10. Februar) zu einem Besuch in das stups KINDERZENTRUM der DRK-Schwesternschaft Krefeld gekommen.
Er informierte sich bei Diane Kamps (Oberin DRK-Schwesternschaft Krefeld) und dem Team über verschiedene Aspekte der Kinderhospizarbeit.
Ein Thema waren dabei Personal- und Finanzierungsfragen: Diane Kamps schilderte, dass es unter anderem ein Anliegen ist, qualifizierte Mitarbeitende für die 1:1-Betreuung von schwerstkranken Kindern / jungen Menschen in der häuslichen Umgebung zu finden. Diese Arbeit sei herausfordernd, weil viel Verantwortung auf den Pflegenden laste. Dafür hatte der Minister großes Verständnis, „häusliche Intensivpflege ist schwer zu organisieren. Ich finde gut, dass es diese Möglichkeit gibt. Es muss in solchen Fällen einfach ein Mensch da sein, der es kann.“ Ein anderes Thema war, wie eine Versorgung von schwerstkranken jungen Erwachsenen über 26 Jahren organisiert werden könne. Für „junge Pflege“ gebe es kaum Einrichtungen, so Diane Kamps. In einem Fall sei eine junge Frau in einem stabilen Zustand in eine Pflegeeinrichtung gegangen, dort aber nicht angemessen versorgt worden, „nach kurzer Zeit musste sie ins Krankenhaus auf die Intensivstation“, schilderte sie.
Carina Hegmanns, die pflegerische Leitung des stationären Kinder- und Jugendhospizes, erläuterte, dass Kinderhospize bzw. betroffene Familien bei manchen Krankenkassen vermehrt Probleme haben, die erforderliche Pflegefinanzierung bzw. Hospizfinanzierung zu erhalten. Sie schilderte den Fall einer alleinstehenden Mutter, die sich einen Aufenthalt im Kinderhospiz nicht mehr leisten könne: Die Kasse setze Gelder ein, die die Mutter für die eigene häusliche Pflege ihres Kindes benötige, aber nicht mehr zur Verfügung habe. Der Minister verfolgte die Ausführungen gespannt und nahm Anregungen für die Arbeit im eigenen Ministerium mit: Es müsse bei der Ausarbeitung des neuen Pflegeversicherungsgesetzes auch darauf geachtet werden, dass das Budget für die häusliche Pflege möglichst flexibel geregelt wird. „Sie ist der Grundpfeiler der pflegerischen Versorgung, ohne die es nicht funktioniert.“
Minister Laumann erkundigte sich auch, wie die Kinder aus der inklusiven Kita und die Hospizkinder miteinander im ganz normalen Alltag in Kontakt stehen. Natürlich erführen die Kita-Kinder, wenn ein Hospiz-Kind verstirbt, so Rieke Beckert, die Leiterin des Familienteams: „Wir zünden an der Gedenkstelle im Haus eine – elektrische – Kerze an und wir sprechen auch mit allen über das Thema Sterben. Die Kinder gehen damit aufgeschlossen um“. Sie zeigte dem Minister den „Trauer-Koffer“, den der niederländische Trauerpädagoge Richard Hattink entwickelt hat – mit dem Szenario einer Trauerfeier und der Arbeit in einem Bestattungsinstitut inkl. Sarg aus Lego®-Bausteinen.
Neben den ernsten Themen ging es aber auch um die Frage, wieviel Sinn und Spaß in der Arbeit für und mit schwerstkranken Kindern/Jugendlichen stecken: Rieke Beckert und Carina Hegmanns betonten, dass im Kinderhospiz das Leben gefeiert werde: „Wir nutzen jede Gelegenheit für eine Party.“
Nach einem mehr als einstündigen Besuch und einer Besichtigung des stationären Kinderhospizes verabschiedete sich der Minister.


















