
Recklinghausen. Westnetz hat in Recklinghausen sein neues Fertigungs- und Prüfzentrum eröffnet – ein wichtiger Schritt zur Stärkung der technischen Infrastruktur und einer sicheren, verlässlichen Energieversorgung. Das modernisierte Zentrum bietet ideale Bedingungen, um Schaltschränke für das Verteilnetz in Eigenleistung zu produzieren. Das Fertigungs- und Prüfzentrum vereint die Kompetenzen der sekundärtechnischen Fertigung und Prüfung und ermöglicht in einer durchgehenden, effizienten Fertigungsstraße die Montage von Schaltschränken für Umspannanlagen. Mit der Investition in das Fertigungs- und Prüfzentrum kann die Produktionskapazität um 30 Prozent gesteigert werden.
Die Montage von Schaltschränken hat in Recklinghausen eine fast zwanzigjährige Tradition. In dieser Zeit ist der Bereich stetig gewachsen – allerdings war die Fertigung bislang auf mehrere Gebäude verteilt. Mit der Zusammenführung aller Schritte unter einem Dach entfallen unnötige Transportwege, Materialien stehen direkt an den benötigten Arbeitsstationen bereit und die gesamte Fertigungslogistik wurde deutlich optimiert.
Auf rund 1.000 Quadratmetern entstehen im neuen Fertigungs- und Prüfzentrum Schaltschränke für 110.000‑Volt‑Umspannanlagen. Hier werden sie montiert, verdrahtet, parametriert und geprüft. Die Schaltschränke enthalten Schutz- und Leittechnik, die kontinuierlich den Zustand des Netzes überwachen. Tritt ein Fehler auf, löst die Schutztechnik automatisch eine Abschaltung aus, um Schäden zu vermeiden, benachbarte Netzbereiche zu schützen und Versorgungsausfälle möglichst gering zu halten. Über die in den Schränken verbaute Leittechnik werden Umspannanlagen aus der Ferne gesteuert. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für einen sicheren, flexiblen und zuverlässigen Betrieb des Stromnetzes.
„Mit dem neuen Fertigungs- und Prüfzentrum investieren wir nicht nur in die Zukunft unserer Netzinfrastruktur – wir investieren auch ganz bewusst in den Standort Recklinghausen. Hier hat die Schaltschrankfertigung bei uns eine lange Tradition und steht für ein hohes Maß an technischem Know-how. Die neue Fertigungsstraße ermöglicht uns effizientere Abläufe, mehr Flexibilität und eine deutlich höhere Produktionskapazität. So schaffen wir zusätzliche Ressourcen für die vielen laufenden und kommenden Umspannanlagenprojekte. Durch die Fertigung in Eigenleistung werden wir unabhängiger von Lieferketten und sichern wertvolles Wissen dort, wo es seit Jahren verankert ist: in Recklinghausen“, sagt Dr. Alexander Montebaur, Geschäftsführer der Westnetz.
Im Fertigungs- und Prüfzentrum arbeiten Expertinnen und Experten, die nicht nur fertigen, sondern sich auch um die Inbetriebnahme der Schutz- und Leittechnik in den Umspannanalgen kümmern sowie später den Betrieb der Umspannanlagen verantworten. Dieses Zusammenspiel aus Fertigungs-, Prüf- und Betriebskompetenz ist eine echte Besonderheit. Erfahrungen aus dem realen Anlagenbetrieb fließen dadurch direkt in die Fertigungsprozesse ein, Synergien können gehoben und die Qualität gesteigert werden.
„In unserem Fertigungs- und Prüfzentrum lassen sich zum Beispiel leit‑ und schutztechnische Funktionen vor dem Aufbau in Umspannanlagen realitätsnah im Labor simulieren und prüfen. Dadurch entdecken wir mögliche Fehler frühzeitig und können sie direkt beheben. Neue Anlagenkomponenten sind so schneller einsatzbereit – ein klarer Vorteil für einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb“, sagt Martin Siepmann, Leiter Betrieb Sekundärtechnik bei Westnetz.
Westnetz fertigt an zwei Standorten Schaltschränke in Eigenleistung: Neben dem Fertigungs- und Prüfzentrum in Recklinghausen, werden auch am Standort Paffendorf Schaltschränke gefertigt. Hier liegt der Fokus jedoch verstärkt auf der Fertigung von Sonderbauten.

























