Frank Heidenreich (Foto: CDU-Fraktion)
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Düsseldorf/Gelsenkirchen/Oberhausen/Rhein-Ruhr. Der Fraktionsvorsitzende der CDU-Fraktion in der Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), Frank Heidenreich, warnt im Zusammenhang über das Projekt einer MAX-App der Düsseldorfer Rheinbahn vor neuen Insellösungen bei digitalen Angeboten im öffentlichen Nahverkehr.

„In Nordrhein-Westfalen verfügen wir bereits über funktionierende digitale Systeme. Anwendungen wie die VRR-App und der Luftlinientarif eezy.nrw basieren auf abgestimmten Standards des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und werden seit Jahren gemeinsam für die Branche entwickelt. Diese Systeme funktionieren verbundübergreifend und bieten den Fahrgästen einen einfachen Zugang zum ÖPNV“, erklärt Heidenreich.

Aus Sicht der CDU-Fraktion im VRR sollte der Fokus darauf liegen, bestehende Lösungen weiterzuentwickeln, statt neue Plattformen aufzubauen: „Wir dürfen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Jahrzehntelang gab es in Deutschland unterschiedliche Spurbreiten bei Straßenbahnen – mit erheblichen Problemen für die Entwicklung der Netze. Solche Insellösungen dürfen wir im digitalen Bereich des ÖPNV nicht noch einmal schaffen“, so Heidenreich weiter. Digitale Systeme müssen für alle Städte und Regionen gleichermaßen funktionieren.

„Digitale Lösungen müssen überall nutzbar sein – nicht nur in einzelnen großen Städten. Systeme müssen genauso in Duisburg oder Dortmund funktionieren wie in Düsseldorf oder Hamburg. Nur so entsteht ein echter Mehrwert für Fahrgäste.“ Kritisch sieht Heidenreich in diesem Zusammenhang die aktuellen Entwicklungen rund um die sogenannte „Max-App“ und die Spitze des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Erklärungen für Alleingänge notwendig

„Der VDV entwickelt seit Jahren gemeinsame und abgestimmte Systeme für die gesamte Branche. Umso mehr stellt sich die Frage, warum ausgerechnet der Präsident des VDV, Ingo Wortmann – zugleich Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Verkehrsgesellschaft und Geschäftsführer Mobilität der Stadtwerke München – mit seinem eigenen Unternehmen an einer neuen Plattform außerhalb dieser Strukturen arbeitet. Diese Frage wird er der Branche erklären müssen.“ Die CDU-Fraktion im VRR verweist darauf, dass Ingo Wortmann im Sommer in die Geschäftsführung der Oberhausener STOAG wechselt – einem Verkehrsunternehmen im VRR.

Ebenso kritisch bewertet Heidenreich die Rolle der Rheinbahn: „Auch die Düsseldorfer Rheinbahn muss erklären, warum sie sich zunehmend vom gemeinsamen Weg der Verkehrsunternehmen im VRR entfernt und stattdessen eigene Alleingänge verfolgt. Für einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr brauchen wir Kooperation und gemeinsame Standards – keine neuen Parallelstrukturen.“

„Am Ende darf es nicht um einzelne Apps gehen, sondern um ein gemeinsames, verlässliches und für alle Fahrgäste funktionierendes System für den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland“, so Frank Heidenreich abschließend.

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