
Krefeld. Es ist fünf Meter lang, 1,8 Meter breit und hat einen Tiefgang von nur 20 cm: Die Wasserwacht im DRK Kreisverband Krefeld freut sich, dass jetzt ein neues Boot speziell für den Einsatz in Hochwasser-Szenarien in Dienst gestellt werden konnte.
„Es ist der Ersatz für das 20 Jahre alte Hochwasserboot, das nicht mehr zeitgemäß war, und bietet eine deutliche Verbesserung für unsere Arbeit“, sagt Christian Reuter, der Leiter der Wasserwacht Krefeld. „Die Bootsschale wurde neu und nach heutigem Stand der Technik angefertigt, der 50 PS starke Außenbordmotor wurde von dem alten Boot übernommen, weil er noch gut erhalten war“, so Reuter weiter. Besonderes Feature: Die Bugklappe des Hochwasserbootes kann aufgeklappt und bis auf den Wasserspiegel „gelegt“ werden. Das macht es leichter, verletzte, hilflose oder schwere Menschen zu bergen. Die ehrenamtlichen DRK-Helfer/-innen müssen sie nicht mehr über die rund 80 cm hohe Seitenwand ziehen. Außerdem sind unter dem Boot vier Rollen befestigt – es kann so vom Auflieger über den Boden bis ins Wasser gerollt werden.
Der Hintergrund der Anschaffung: Die Krefelder Wasserwacht ist eingesetzt als Bootgruppe im Wasserrettungszug Nord und ist deutschlandweit im Einsatz – zuletzt bei den Überflutungen in Bayern im Juni 2024. Die Planungen für das neue Boot haben im Sommer 2025 begonnen – der DRK Landesverband Nordrhein hat zwei neue Boote gleichzeitig angeschafft. Eins ist in Aachen stationiert, eins in Krefeld.
Das Boot hat Platz für bis zu zehn Personen: ein Bootsführer, ein Bootsmann und ein Rettungsschwimmer sowie sieben Personen pro Rettungsfahrt. Die Gesamttragfähigkeit beträgt 1,5 Tonnen. Es wird in Krefeld zur Absicherung von Ruderregatten auf dem Elfrather See eingesetzt werden, kann aber auch bei lokalen Hochwasser-Situationen unterstützen – etwa, wenn Autofahrer in überfluteten Unterquerungen eingeschlossen sind. Durch die Verwendung des alten Außenbordmotors konnten die Anschaffungskosten um ca. 10 000 Euro auf rund 30 000 Euro reduziert werden. „Über den Winter haben wir unsere 15 Bootsführer im Umgang mit dem neuen Boot geschult und sind jetzt einsatzfähig“, so Christian Reuter.
Die Wasserwacht des DRK Krefeld hat rund 50 aktive erwachsene Mitglieder und ca. 45 „Wasserwichtel“ im Alter von 6 bis 16 Jahren. Ab 1. Mai ist sie an jedem Sonn- und Feiertag sowie bei vier größeren Ruderveranstaltungen auf dem E-See im Einsatz. Die Gemeinschaft ist auch auf dem Land aktiv – z.B. bei Sanitätsdiensten auf dem Krefelder Flachsmarkt, bei der Sprödental-Kirmes, bei den Heimspielen der HSG oder bei anderen personal-intensiven Veranstaltungen in der Stadt.
Das zweite Boot der Wasserwacht – die „Hans Aulars“ – wird ab Anfang April im Krefelder Jachthafen zu Wasser gelassen, damit es bei einem Notfall auf dem Rhein schnell einsatzfähig ist. Hans Aulars hat 1962 die Wasserwacht aus der Sanitätseinheit Oppum gegründet. „Das erste Einsatzboot wurde damals auf Holthausens Kull aus zwei VW-Dächern zusammengeschweißt“, erinnert sich Christian Reuter. „Das neue Hochwasserboot ist eine Erleichterung für die Arbeit unserer Ehrenamtlichen und eine wichtige Ergänzung im Katastrophen-Konzept – ich bin froh, dass wir es jetzt haben“, so Nils Klessa, Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Krefeld.
InfoKlick: www.drk-krefeld.de
























