Verena Mertens MdEP (Foto: Alain ROLLAND/© European Union 2025)
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Straßburg/Brüssel/Paderborn/Ostwestfalen-Lippe/Bochum/Rhein-Ruhr. Wer eine Pauschalreise bucht, muss sich darauf verlassen können, dass im Fall einer Stornierung klare Regeln gelten, Ansprüche transparent sind und Erstattungen zügig erfolgen. Das Europäische Parlament hat deshalb in dieser Woche neue Regeln für Pauschalreisen beschlossen. Die überarbeiteten Regeln stärken den Verbraucherschutz, schaffen mehr Klarheit bei Buchung, Stornierung, Gutscheinen und Rückzahlungen und ziehen Lehren aus den Erfahrungen der Corona-Pandemie.

Dazu erklärt Verena Mertens, Mitglied des Europäischen Parlaments (CDU) für Ostwestfalen-Lippe: „Reisende brauchen klare, verständliche und verlässliche Regeln. Wer eine Pauschalreise bucht, muss wissen, woran er ist – bei der Buchung genauso wie im Fall von Stornierungen, außergewöhnlichen Umständen oder Rückzahlungen. Genau hier setzt die Reform an: Gutscheine bleiben freiwillig, Erstattungen müssen grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen erfolgen, und bei Beschwerden gelten klare Fristen für Eingangsbestätigungen und begründete Antworten.“

Für Ostwestfalen-Lippe ist das Thema auch wirtschaftlich relevant, denn OWL ist selbst Zielregion, nicht nur für Individual-, sondern durchaus auch für Pauschalreiseangebote. Nach Angaben der IHK Ostwestfalen verzeichnete die heimische Region im Jahr 2024 mehr als 5,25 Millionen Übernachtungen. Zugleich ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Einzelhandel, Dienstleistungen und die Attraktivität des Standorts. Ge-rade deshalb brauche es Regeln, die Verbraucher schützen, ohne seriöse Anbieter unnötig zu belasten: „Die vielen guten Reisebüros in Ostwestfalen-Lippe – in unseren Innenstädten ebenso wie am Flughafen Paderborn/Lippstadt – stehen traditionell an der Seite ihrer Kundinnen und Kunden. Faire und verlässliche Stornokonditionen sind ein wesentlicher Teil Ihrer seriösen Beratung. Aber es gibt leider auch schwarze Schafe unter Reiseveranstaltern, gerade im Online-Bereich. Entscheidend ist deshalb, dass am Ende nicht die Guten durch zusätzliche Lasten bestraft werden. Denn das würde Pauschalreisen gerade für Familien weiter verteuern.“

Dennis Radtke MdEP (CDU/EVP) (Foto: privat)

Der CDU-Europaabgeordnete für das Ruhrgebiet Dennis Radtke MdEP (EVP-Fraktion) ergänzt: „Mit den neuen Regeln sorgen wir dafür, dass Verbraucherinnen und Verbraucher frühzeitig und transparent über ihre Rechte informiert werden. Künftig ist klarer geregelt, wann eine Reise storniert werden kann, welche Ansprüche bestehen und wie schnell Erstattungen erfolgen müssen. Gleichzeitig schaffen wir mehr Flexibilität bei Gutscheinen, wenn eine Reise nicht stattfinden kann. Das stärkt die Rechte der Reisenden und sorgt für mehr Verlässlichkeit.“

Mit der Reform reagiert die Europäische Union auch auf die Erfahrungen während der Corona-Pandemie. In vielen Fällen war unklar, wann Reisen kostenfrei storniert werden konnten und wie lange Reisende auf Rückzahlungen warten mussten. Die neuen Vorschriften sollen deshalb verständlicher formuliert werden und sicherstellen, dass Verbraucher ihre Rechte leichter durchsetzen können. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass Reiseveranstalter und Reisebüros nicht unnötig belastet werden und Pauschalreisen weiterhin eine verlässliche und bezahlbare Form des Reisens bleiben.

„Gerade für Familien und ältere Menschen ist die Pauschalreise eine sichere und planbare Art zu verreisen. Deshalb brauchen wir klare, verständliche und faire Regeln für alle Beteiligten. Mit der Entscheidung des Europäischen Parlaments stärken wir den Verbraucherschutz und sorgen dafür, dass Reisende sich auch in schwierigen Situationen auf ihre Rechte verlassen können“, so der CDU-Politiker Radtke. “Jetzt kommt es darauf an, dass die neuen Vorschriften zügig umgesetzt werden, damit die Verbesserungen auch im Alltag der Bürgerinnen und Bürger ankommen”, erklären Mertens und Radtke gemeinsam.

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