Krefeld/Rhein-Ruhr. Erst Wochen oder Monate nach einer Tat startet die Polzei plötzlich eine öffentliche Fahndung mit Fotos vom Täter. “Warum zeigt die Polizei die Fahndungsfotos nicht schon früher” ist eine häufige Frage von Leserinnen und Lesern an die Redaktion?
“Weil wir nicht dürfen. Bevor wir mit Fotos in der Öffentlichkeit nach jemandem suchen können, müssen erst alle anderen Möglichkeiten erfolglos ausgeschöpft sein”, erklärt aktuell die Polizeipressestelle der Polizei Krefeld in einer aktuellen Pressemitteilung, deren Inhalt auch für alle Polizeistellen an Rhein und Ruhr gilt. “Man darf nicht vergessen, dass viele Gesuchte in diesem Stadium erst einmal keine Täter, sondern nur Verdächtige sind – und möglicherweise unschuldig. Bevor wir also jemanden öffentlich anprangern, suchen wir erst mit anderen Methoden nach ihm.”
Das bedeutet übrigens nicht, dass die Polizistinnen und Polizisten die Fotos in der Zwischenzeit nicht nutzen. Zunächst einmal schauen die für den Fall zuständigen Beamten von der Kripo, ob sie die Person kennen. Ist dies nicht der Fall, startet die Polizei eine interne Fahndung: Das bedeutet, dass alle Polizistinnen und Polizisten das Foto des Verdächtigen bekommen und nach ihm Ausschau halten. Erst wenn dies und auch alle anderen Ermittlungsansätze ausgereizt sind, erlaubt der Gesetzgeber, das Foto öffentlich zu machen. Dafür benötigt die Polizei und Kripo dann einen richterlichen Beschluss: Bei schweren Straftaten wie zum Beispiel Tötungsdelikten geht dies natürlich besonders schnell.
Oft ist diese Vorgehensweise auch im eigenen Interesse der Polizei: “Manchmal kommen wir an einen Täter leichter heran, wenn er sich nicht darüber im Klaren ist, dass wir wissen, wie er aussieht. Oder dass wir überhaupt nach ihm suchen. Wenn wir aber eine öffentliche Fahndung starten, informieren wir damit nicht nur die Öffentlichkeit, sondern immer auch den Täter selbst.” (ots)
































