Noch hat niemand außer den Archäologen und Bürgermeister Rafael Zur das antike Roulette-Spiel gesehen: Unser Grafiker vermutet, dass das Spiel so aussehen könnte (Foto: KI-generiert)
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Xanten. Archäologen des LVR-Archäologischen Parks Xanten (APX) stehen vor dem Fund ihres Lebens. Bei Grabungen nahe der Großen Thermen stießen Forscher auf ein Objekt, das die Glücksspielgeschichte weltweit auf den Kopf stellt: das erste antike Roulette-Spiel der Welt.

Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass das „Große Roulette“ seine Ursprünge im Italien des 17. Jahrhunderts hat. Sogar Meyers Konversationslexikon bezeichnete die Variante mit 38 Zahlen um 1900 noch als „Italienisches Roulette“. Doch der Fund aus Colonia Ulpia Traiana beweist: Die Römer am Niederrhein ließen die Kugel schon über 1.600 Jahre früher rollen.

Mars-Rot und das Erbe von „Lativa Roma“

Das „Römer-Roulette“ unterscheidet sich optisch deutlich von der modernen Casino-Variante. Das Rad umfasst lediglich 16 Zahlenfelder. Besonders kurios ist die Farbgebung: Während wir heute Schwarz und Rot gewohnt sind, dominiert im antiken Original ein kräftiges Mars-Rot – eine Hommage an den römischen Kriegsgott Mars.

Die restlichen Felder erstrahlen in Himmelblau (Celeste) und Weiß. Experten der Sporthistorie sind elektrisiert: Diese Farbkombination war das Markenzeichen des antiken Ballspielvereins „Lativa Roma“. Historiker sind sich sicher, dass aus diesem Ur-Verein der heutige italienische Traditionsclub Lazio Rom hervorging.

Keine Null, aber ein weißes Wunder

Eine weitere Besonderheit korrigiert mathematische Lehrmeinungen: Da die Römer die Ziffer Null noch nicht als numerischen Wert kannten, fehlt das klassische grüne Null-Feld. Stattdessen nutzten die römischen Croupiers ein weißes Sonderfeld, das den Hausvorteil der kaiserlichen Bank sicherte.

Präsentation am Ostersonntag

Bürgermeister Rafael Zur wird den Fund am kommenden Ostersonntag feierlich der Öffentlichkeit präsentieren. „Dieser Fund rückt Xanten in ein völlig neues Licht“, erklärte der Bürgermeister gestern bei einer Pressekonferenz stolz. „Wir sind nicht mehr nur die Stadt der Legionäre und des Siegfrieds, sondern offiziell die Geburtsstätte des modernen Table-Games. Las Vegas kann einpacken – die wahre Action fand schon immer am Rhein statt.“

Rafael Zur (Foto: Rafael Zur)

Für die Stadt bedeutet die Entdeckung einen erwarteten Tourismusboom. Es gibt bereits Pläne, eine voll funktionsfähige Replik des Mars-Roulettes im LVR-RömerMuseum aufzustellen – natürlich nicht nur zu Demonstrationszwecken. An besonderen Tagen im Jahr sollen die “Offenen antiken Roulette-Games” am Xantener Markt stattfinden. Bürgermeister Zur erwartet durch die Lizenzvergabe und viele Spieleinsätze hohe Einnahmen für den angeschlagenen Stadthaushalt.

Zum Abschluss der Pressekonferenz fand der Bürgermeister mahnende, aber heitere Worte für alle künftigen Glücksritter und zitierte einen alten römischen Spielerspruch:

„Alea iacta est, sed rota fortunae numquam quiescit.“ (Der Würfel ist gefallen, aber das Rad des Schicksals ruht niemals.)

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