
Nettetal. Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, das ist für Patrick Dormels nicht nur normal sondern auch alternativlos. Der Sport- und Fitnesskaufmann legt die Strecke zwischen seinem Wohnort Hinsbeck und seiner Arbeitsstätte im Gesundheitszentrum des Nettetaler Krankenhauses in Lobberich täglich und bei jedem Wetter mit dem Rad zurück. Passt es zeitlich, nutzt er das Lastenrad, um auf dem Weg gleich noch das jüngste Kind in der Kita abzusetzen und wieder abzuholen. Ansonsten ist das Gravel-Bike aktuell das Rad seiner Wahl. „Radfahren hat gleich mehrere positive Effekte“, schwärmt Dormels. An erster Stelle stehe natürlich die eigene Gesundheit und Fitness. Studien zeigen, dass Radfahrende im Schnitt weniger Krankheitstage haben als Kollegen, die mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln pendeln. „Dass die CO2– und Umweltbilanz für das Rad besser ausfällt als für andere Verkehrsmittel, ist ja hinlänglich bekannt“, ergänzt der passionierte Radler.
Gemeinsam mit dem ebenfalls fahrradbegeisterten stellvertretenden Pflegedienstleiter des Krankenhauses Stefan Russmann hat sich Dormels bereits vor einigen Jahren für das Thema Fahrradfreundlichkeit bei seinem Arbeitgeber stark gemacht. „Wir wollten Bedingungen schaffen, die das Radfahren für unsere Kolleginnen und Kollegen attraktiver und sicherer machen“, sagt Russmann. Ende 2022 wurden die beiden zu Radverkehrskoordinatoren des Krankenhauses ernannt, mit der Aufgabe entsprechende Maßnahmen zu initiieren. Mit Unterstützung der Krankenhausleitung führten Dormels und Russmann das Nettetaler Krankenhaus direkt ein Jahr später zur Zertifizierung im Rahmen der EU-ADFC-Initiative „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“, quasi aus dem Stand und mit einem eindrucksvollen Siegel in Gold. Bei der ersten Rezertifizierung hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. dem Haus nun erneut den Goldstatus bescheinigt.
„Unsere Angebote für Mitarbeitende, die mit dem Rad zur Arbeit fahren, haben sich immer weiterentwickelt“, erklärt Dormels. Sie können ihr Rad zum Beispiel sicher in einem überdachten, abschließbaren Fahrradkäfig abstellen. Hier finden sie auch eine gute Standluftpumpe und neuerdings Lademöglichkeiten für E-Bikes. Ein gut gefüllter Reparaturkoffer ist an der Zentrale hinterlegt, zudem gibt es Kooperationen mit unmittelbar benachbarten Fahrradhändlern. Wer richtig nass geworden ist, kann den Notfall-Wäscheservice der Hauswirtschaft in Anspruch nehmen. Seit fünf Jahren unterstützt das Krankenhaus auch das Dienstradrad-Leasing. Knapp 70 Mitarbeitende nutzen das Angebot bereits. „Die Maßnahmen scheinen Wirkung zu zeigen, der Fahrradkäfig wird zunehmend mehr genutzt“, freuen sich die beiden Radverkehrskoordinatoren, die überdies auch regelmäßig Tipps und Informationen rund um das Radfahren an die Beschäftigten weiterleiten. Fahrradfahren beugt Bewegungsmangel vor und ist damit auch ein Thema der betrieblichen Gesundheitsförderung. Ende April veranstaltet das Nettetaler Krankenhaus gemeinsam mit externen Kooperationspartnern erstmalig einen Aktionstag rund um das Fahrrad. Dann können interessierte Mitarbeitende ihr Rad optimal einstellen lassen, ihre Fahrkompetenz stärken und wertvolle Sicherheitstipps mitnehmen. „Gute Voraussetzungen, damit das Team „SKN/NetteVital“ beim Stadtradeln auch in diesem Jahr wieder den ersten Platz verteidigen kann“, findet Dormels.
























