Wülfrath. Die Freiwillige Feuerwehr Wülfrath hat vor knapp anderthalb Monaten eine eigene Rettungshundestaffel gegründet. Mit dieser neuen Einheit erweitert die Feuerwehr ihre Fähigkeiten bei der Suche nach vermissten Personen sowie bei der technischen Hilfeleistung. Perspektivisch soll die Staffel nach Abschluss eines zunächst bis 2028 angelegten Projekts zur Facheinheit Rettungshunde-Ortungstechnik (RHOT) ausgebaut werden.
Rettungshunde können Menschen anhand ihrer individuellen Witterung selbst in unübersichtlichem Gelände, dichter Vegetation oder bei schlechten Sichtverhältnissen aufspüren. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Geruchsfähigkeit – Hunde verfügen über rund 220 Millionen Riechzellen – sind sie besonders geeignet, vermisste oder verschüttete Personen zu lokalisieren. Gerade bei der biologischen und technischen Ortung von überlebenden Personen in zusammengestürzten Bauwerken gehört diese Fähigkeit nach den landesrechtlichen Regelungen zum gesetzlichen Auftrag der Feuerwehr.
Zum Einsatz kommen die Rettungshunde insbesondere bei Vermisstensuchen in Wald- und Grünflächen, bei Suchmaßnahmen in schwer zugänglichem Gelände sowie bei der Trümmersuche nach Unglücken oder in Katastrophenlagen.
„Mit der Rettungshundestaffel stärken wir unsere Fähigkeiten in der Personensuche deutlich. Gerade in zeitkritischen Vermisstenlagen kann jede Minute entscheidend sein. Unser Ziel ist es, künftig schneller reagieren zu können und damit die Chancen zu erhöhen, vermisste Menschen rechtzeitig zu finden“, erklärt der Leiter der Feuerwehr Wülfrath, Benjamin Hann.
Für den Aufbau der neuen Einheit konnten zwei erfahrene Fachkräfte im Bereich Rettungshundeausbildung und Hundetraining gewonnen werden. Bei den ersten Trainingseinheiten auf der Feuer- und Rettungswache haben sich – einschließlich der beiden neuen Mitglieder – neun Feuerwehrangehörige zusammengefunden. Damit umfasst die Staffel aktuell neun Personen und neun Hunde.
In den ersten Ausbildungsabschnitten stehen zunächst die soziale Verträglichkeit sowie der Grundgehorsam der Hunde im Mittelpunkt. „Erste Ziele sind die Begleithundeprüfung und die Vorbereitung auf die Eignungsprüfung RH 1. Parallel dazu werden die neuen Mitglieder die Feuerwehrgrundausbildung absolvieren“, so Hann.
Langfristig ist vorgesehen, dass sich die Rettungshundeteams regelmäßig – voraussichtlich zweimal pro Woche – zum Training treffen. Bis zum Erreichen der vollständigen Einsatzfähigkeit rechnet die Feuerwehr derzeit mit einem Zeitraum von etwa zwei Jahren. Perspektivisch soll die Rettungshundestaffel ein fester Bestandteil der Feuerwehr Wülfrath und der regionalen Gefahrenabwehr werden.
Wer Interesse am Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr hat, kann sich unverbindlich am Standort der Feuer- und Rettungswache in der Wilhelmstraße 8 informieren. An jedem Dienstag finden dort in der Zeit von 19:00 bis 21:00 Uhr die Übungsdienste statt. Interessierte Männer und Frauen sind dazu jederzeit willkommen. Eine Kontaktaufnahme kann per E-Mail unter feuerwehr@stadt.wuelfrath.de oder unter Tel. 0 20 58 / 18-457 erfolgen.























