Eine Überflutung nach Starkregenereignis in Krefeld (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Lothar Strücken)
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Krefeld. Am 29. Juni 2021 war das Krefelder Stadtgebiet flächendeckend von extremen Regenfällen und steigenden Wassermassen betroffen. In der Nacht zum 30. Juni fielen alleine im Stadtteil Fischeln innerhalb von eineinhalb Stunden rund 65 Liter Regen pro Quadratmeter. Zahlreiche Keller, Straßen und Tiefgaragen wurden überflutet, die Feuerwehr war im Dauereinsatz. In Zeiten des Klimawandels können solche Starkregenereignisse jederzeit auftreten. Typischerweise fallen dann innerhalb weniger Minuten oder Stunden Niederschlagsmengen, die sonst innerhalb eines Monats erreicht werden – besonders häufig in den Sommermonaten von Mai bis September. Aufgrund ihrer kleinräumigen Gewitterzellen sind die Ereignisse oft nur sehr kurzfristig vorherzusagen. Die großen Wassermengen können die Kanalisation überlasten. Das Wasser fließt dann oberirdisch über Straßen und Plätze ab und kann in Gebäude eindringen. Häufig geht Starkregen mit Gewitter, Hagel und Sturmböen einher.

Verhalten im Ernstfall

„Überflutete Keller können lebensgefährlich sein, da bereits geringe Wassermengen elektrische Anlagen unter Spannung setzen können“, warnt Andreas Klos, Leiter des Fachbereichs Feuerwehr und Zivilschutz. Unterirdische Geschosse sollten daher bei Überflutungsgefahr nicht betreten werden. Auch Unterführungen können sich schnell mit Wasser füllen. Autofahrer sollten deshalb überflutete Straßen oder Senken grundsätzlich meiden. Bei Gewitter sollte man Schutz in Gebäuden oder Fahrzeugen gesucht und Abstand zu Bäumen, Masten und Freileitungen halten. Im Starkregenportal des Kommunalbetriebs Krefeld kann man prüfen, ob der eigene Wohnort potenziell betroffen sein könnte: https://geoportal-niederrhein.de/krefeld/starkregen/. „Wichtig ist, frühzeitig auf Warnungen zu achten und sich laufend zu informieren“, sagt Andreas Klos. Hinweise kommen unter anderem vom Deutschen Wetterdienst, über Warn-Apps wie NINA oder KatWarn sowie über Radio und Fernsehen. Zudem zeigen digitale Informationstafeln im Stadtgebiet die aktuellen Wetterwarnungen. Auf der Website der Stadt Krefeld sind Informationen zu finden, und neben einem gut ausgebauten Sirenennetz kann man über den Mobilfunkdienst Cell Broadcast direkt Warnungen auf das Smartphone erhalten. In Krefeld arbeitet die Feuerwehr außerdem eng mit dem lokalen Radiosender Welle Niederrhein (UKW 87,7 und 100,6) zusammen.

Bereits im Vorfeld können sich Eigentümerinnen und -eigentümer von Gebäuden durch bauliche Maßnahmen, die Wartung von Entwässerungssystemen und passenden Versicherungsschutz auf Starkregenereignisse vorbereiten. Folgeschäden können durch gezielte bauliche-technische Maßnahmen, wie den Einbau und die regelmäßige Wartung von Rückstauverschlüssen in Abwasserleitungen oder die Abdichtung von Kellerfenstern und -eingängen, deutlich reduziert werden. Zu den Vorsorgemaßnahmen, die auch Mieterinnen und Mieter treffen sollten, gehören die Vorbereitung eines Notfallrucksacks mit wichtigen Dokumenten, die Sicherung wichtiger Unterlagen zusätzlich in digitaler Form sowie die Bevorratung von Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten. Auch sollte man auf die Lagerung wertvoller oder gefährlicher Gegenstände im Keller verzichten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hält Broschüren mit ausführlichen Informationen zum Download sowie ein Erklärvideo auf seiner Webseite https://www.bbk.bund.de (Suchbegriff Starkregen) bereit.

Feuerwehr und Katastrophenschutz

Bei Unwetter bedingten Einsätzen kommen in Krefeld die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren zum Einsatz. Unterstützt werden sie von Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz. „Im Hinblick auf den Klimawandel und die damit zunehmenden Wetterextreme werden unsere Einsatzkonzepte kontinuierlich weiterentwickelt“, sagt die städtische Beigeordnete Cigdem Bern, unter anderem verantwortlich für den Fachbereich Feuerwehr und Zivilschutz. „Dabei ist das vorrangige Ziel, die Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger möglichst gering zu halten und deren Leben und Gesundheit zu schützen.“

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