Im August 2025 hat Oberbürgermeister Frank Meyer die "EU-Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene" unterzeichnet. (links: Martina Bergmann von der Gleichstellungsstelle, Mitte. Beigeordnete Cigdem Bern) (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation)
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Krefeld. Als wichtiges Grundrecht ist die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Deutschen Grundgesetz verankert. In Krefeld setzt sich besonders die städtische Gleichstellungstelle gemeinsam mit Kooperationspartnern für ein geschlechtergerechtes Miteinander im gesellschaftlichen Leben ein. Dem Beschluss des Stadtrats folgend wurde die Stadt Krefeld im vergangenen Jahr in die „Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“ aufgenommen. Damit verbunden ist die Verpflichtung, einen Aktionsplan für die Umsetzung von Gleichstellung in Krefeld zu erarbeiten. Um hierfür ein Stimmungsbild in der Krefelder Stadtgesellschaft zu erhalten, werden die Krefelder Bürgerinnen und Bürger an dessen Erstellung beteiligt. Ab sofort beginnt das erste Online-Beteiligungsverfahren im Rahmen der Europäischen Charta für die Gleichstellung. Hierzu werden an viele Verwaltungsstandorte, Vereine und Verbände Flyer und Postkarten ausgegeben mit QR-Codes für den Zugang zum Beteiligungsportal. Gleichzeitig führt die Stadt per Anschreiben die Umfrage „Gleichgestellt leben in Krefeld – Gleichstellung gemeinsam gestalten“ durch. 5.000 zufällig ausgewählte Krefelderinnen und Krefelder sind eingeladen, sich zu beteiligen.

Im Gleichstellungsaktionsplan sollen zentrale Themen der Gleichstellung von Frauen und Männern festgelegt und priorisiert, konkrete Maßnahmen in Handlungsfeldern gebündelt werden. Dazu gehören auch die bereits vom Rat der Stadt Krefeld beschlossenen Maßnahmen zur Sicherheit von Frauen im öffentlichen Raum. „Der Gleichstellungsaktionsplan soll nicht hinter verschlossenen Türen entwickelt werden, sondern gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden sowie allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern“, erklärt die städtische Gleichstellungsbeauftragte Heike Hinsen. „Durch die Beteiligung möglichst vieler Krefelderinnen und Krefelder erhoffen wir uns einen Blick auf die unterschiedlichen Erfahrungen und Bedürfnisse von Frauen und Männern“. Damit vermeide man einseitige Perspektiven und könne gerechtere, passgenaue Lösungen entwickeln, so Hinsen.

Das Beteiligungsportal zum Gleichstellungsaktionsplan ist ab sofort online zu finden unter beteiligung.nrw.de.

„Die Europäische Gleichstellungscharta richtet sich an die Stadt Krefeld in mehreren Funktionen: als demokratisch verantwortliche Institution, als Arbeitgeberin sowie als Anbieterin öffentlicher Dienstleistungen“, sagt die Beigeordnete Cigdem Bern. Als konkretes Beispiel für die praktische Umsetzung nennt sie die weitestgehend ausgeglichene Verteilung von Führungspositionen innerhalb der Stadtverwaltung. „Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Gleichstellung nicht nur ein politisches Ziel bleibt, sondern aktiv verwirklicht werden kann. Damit nimmt die Stadt eine Vorbildrolle ein, die künftig auch auf andere Bereiche der Gesellschaft – insbesondere auf Unternehmen – übertragen werden könnte, sofern die Rahmenbedingungen dies zulassen“. Die gezielte Förderung einer gleichberechtigten Besetzung von Leitungspositionen könne dabei ein wesentlicher Bestandteil des Gleichstellungsaktionsplans sein und langfristig zu tiefgreifenden strukturellen Veränderungen beitragen, so Bern.

Die Europäische Gleichstellungscharta ist ein europaweit anerkanntes Rahmenwerk zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf kommunaler Ebene. Die Kommunen sollen vielfältige und sich überschneidende Formen von Diskriminierung und Benachteiligung angehen und müssen dabei die Geschlechterperspektive in alle ihre Aktivitäten zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern einbeziehen. Der Rat der Gemeinden und Regionen Europas hat die Charta 2006 verabschiedet und im Jahr 2022 überarbeitet. Er unterstützt die Kommunen und Regionen dabei, die Gleichstellung der Geschlechter in ihr Handeln zu integrieren und zu verwirklichen. Insgesamt haben bereits über 2.000 Kommunen in 36 europäischen Ländern die Charta unterzeichnet – darunter mehr als 60 in Deutschland.

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