
Krefeld. Vor Kurzem waren Kinder und Erzieherinnen der Kindertageseinrichtung (Kita) Geldernsche Straße einkaufen. Sie besorgten Wurst, Käse und Aufstrich für ein gemeinsames Frühstück. Die pädagogischen Fachkräfte haben die Supermarkt-Tour fotografisch dokumentiert. Daraus entstand im Nachgang ein großes Poster, das die Bilder mit den passenden Beschreibungen verknüpft. Auf Kinderaugenhöhe hängt es mittlerweile im Flur direkt neben der Garderobe. Immer wieder bleiben die Kinder hier nun stehen, kommen miteinander ins Gespräch und merken sich die Einkaufsbegriffe. Doch das Plakat ist lediglich ein kleiner Teil eines weit verzweigten Sprachkonzepts. Im ganzen Flur, in der ganzen Kita wimmelt es von Buchstaben, Zahlen, Wörtern nebst entsprechenden Visualisierungen. Die Einrichtung in der nördlichen Krefelder Innenstadt ist eine Sprach-Kita. Dahinter verbirgt sich ein gleichermaßen ehrgeiziges wie notwendiges Anliegen.
Wie vielfältig die Kita Geldernsche Straße ist, verrät die Glasfront im Eingangsbereich. Dort sind die Fahnen jener Länder aufgemalt, aus denen die hier betreuten Kinder kommen oder in denen sie ihre Wurzeln haben. Die 74 Kinder stammen aus 27 verschiedenen Nationen. Ein hoher Migrationsanteil ist ein wesentliches Kriterium, um als Sprach-Kita anerkannt zu werden. Das Programm hat der Bund 2016 ausgerollt, seit 2023 liegt es in der Verantwortung der Länder. Sie fördern die geeigneten Kitas mit zusätzlichen Fachkraftstunden. In Krefeld gibt es 17 Sprach-Kitas, zwölf davon in städtischer Trägerschaft. Diese und alle anderen Kindertageseinrichtungen der Stadt unterstützt mit Renata Meister eine spezialisierte Fachberaterin aus der zuständigen Abteilung Kinder.



















