Dr. med. Dirk Bierkamp-Christophersen mit seinem Team der Kinderdiabetologie am Marien-Hospital Wesel (Foto: Pro Homine)
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Wesel. Das Marien-Hospital Wesel baut seine Rolle als regionales Kompetenzzentrum in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes weiter aus: Im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung am 6. Mai 2026 informiert die kinder-diabetologische Abteilung niedergelassene Ärztinnen und Ärzte über neue Möglichkeiten der frühzeitigen Erkennung des Typ-1-Diabetes sowie über aktuelle kinderendokrinologische Entwicklungen.

Ein bedeutender Meilenstein für die Versorgung am Niederrhein ist dabei die Ausweitung der bundesweiten Fr1da-Studie auf Nordrhein-Westfalen zum 1. Mai 2026. Damit können Kinder nun auch in NRW im Rahmen eines einfachen Screenings auf ein Frühstadium des Typ-1-Diabetes untersucht werden. Das Marien-Hospital Wesel ist als anerkanntes Fr1da-Zentrum Teil dieses Programms und bietet betroffenen Familien aus Wesel und der gesamten Region eine spezialisierte wohnortnahe Betreuung.

Typ-1-Diabetes zählt zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Ursache ist eine Autoimmunreaktion, bei der das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. Ohne Insulin steigt der Blutzuckerspiegel an – mit teils dramatischen Folgen. Zu den wichtigsten Warnzeichen gehören ausgeprägter Durst, häufiges Wasserlassen, plötzlicher Gewichtsverlust, Müdigkeit und ein deutlicher Leistungsabfall. Bleibt die Erkrankung unerkannt, kann es innerhalb kurzer Zeit zu einer lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung, der sogenannten diabetischen Ketoazidose, kommen.

„Viele Kinder fallen erst dann auf, wenn bereits eine akute Entgleisung vorliegt. Genau hier setzt die Früherkennung an: Sie gibt uns die Chance, Familien frühzeitig vorzubereiten, engmaschig zu begleiten und schwere Krankheitsverläufe zu verhindern“, erklärt Dr. med. Dirk Bierkamp-Christophersen, ärztlicher Leiter der Kinderdiabetologie am Marien-Hospital.

Im Rahmen der Fr1da-Studie kann ein beginnender Typ-1-Diabetes bereits Jahre vor dem Auftreten erster Symptome durch den Nachweis sogenannter Inselantikörper im Blut erkannt werden. Für das Screening genügen wenige Blutstropfen aus der Fingerkuppe, die in teilnehmenden kinder- und jugendärztlichen Praxen entnommen werden. Bei auffälligen Befunden erfolgt die weitere Diagnostik und strukturierte Anbindung an spezialisierte Zentren wie das Marien-Hospital Wesel. Dort erhalten Eltern umfassende Schulungen, medizinische Beratung und eine engmaschige Betreuung, um eine notwendige Therapie rechtzeitig und sicher einzuleiten.

Unter der Leitung von Dr. med. Dirk Bierkamp-Christophersen betreut die kinder-diabetologische Abteilung des Marien-Hospitals derzeit rund 250 Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes in einem multidisziplinären Team. Mit der Teilnahme am Fr1da-Netzwerk wird die Versorgung in der Region nun gezielt erweitert – mit dem klaren Ziel, Erkrankungen früher zu erkennen, lebensgefährliche Erstmanifestationen zu vermeiden und Familien von Beginn an kompetent zu begleiten.

Die Fortbildungsveranstaltung am 6. Mai richtet sich an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und bietet neben Informationen zur neuen Screeningstruktur auch Fachvorträge zu weiteren aktuellen endokrinologischen Themenfeldern.

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