
Duisburg. Am Montag begann der Neubau der maroden Berliner Brücke. Sie muss bis 2029 ersetzt werden. Die A59 ist eine der wichtigsten Verkehrsadern der Region: Sie verbindet den Duisburger Hafen und die anliegende Industrie mit dem überregionalen Autobahnnetz. Gleichzeitig ist die Autobahn wichtig für Pendler.
Die bundeseigene Autobahn GmbH (AdB) feierte am Montag im Beisein von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder den ersten Spatenstich für den Ersatzneubau des Brückenzuges über den Duisburger Hafen („Berliner Brücke“).
Werner Schaurte-Küppers, Präsident der Niederrheinischen IHK, begrüßt den Baustart: „Wir sind erleichtert, dass der Neubau der Berliner Brücke jetzt Fahrt aufnimmt. NRW ist Stauspitzenreiter in Deutschland. Der Druck auf die Infrastruktur ist enorm. Jede dritte Autobahnbrücke ist marode. Das A59-Projekt muss zügig umgesetzt werden. Unser Standort muss erreichbar sein, damit Unternehmen hier investieren. Bislang ist Duisburg mit einem blauen Auge davongekommen. Damit das so bleibt, muss auch der Ausbau zwischen A40 und A42 schnellstmöglich vorangehen. Nur so haben wir eine Chance, dass unser Standort attraktiv bleibt.“
Stadt Duisburg: Kein Grund zum Feiern
Oberbürgermeister Sören Link und Martin Linne, Beigeordneter für Stadtentwicklung, haben im Beisein eines Großteils der Duisburger Ratsmitglieder vor Ort in Duisburg-Mittelmeiderich Stellung zu den aktuellen Ausbauplänen bezogen: Kein Grund zu feiern sei der Umstand, dass die AdB weiterhin an ihrer Fehlplanung zum Ausbau der A 59 durch Meiderich und Hamborn in Hochlage festhält.
„Der geplante Ausbau der A59 in Hochlage mitten durch ein dicht besiedeltes Wohngebiet ist ein verkehrspolitischer Offenbarungseid. Bundesverkehrsminister Schnieder und die Autobahn Gesellschaft des Bundes ignorieren bewusst die Lebensrealität der Menschen im Duisburger Norden – ihre Zukunft scheint ihnen schlicht egal zu sein. Dieses eklatante Planungsversagen werden wir nicht hinnehmen. Wir werden uns heute und in Zukunft mit aller Entschlossenheit gegen diese Fehlentscheidung und die Ignoranz der Verantwortlichen zur Wehr setzen“, sagte Sören Link vor über 120 Anwesenden.
Während der schnelle Ersatzneubau der „Berliner Brücke“ über das Duisburger Hafengebiet ausdrücklich begrüßt wird, hält die AdB weiterhin mit Rückendeckung aus dem Verkehrsministerium an den umstrittenen Ausbauplänen fest. Auf einem Abschnitt von rund sieben Kilometern soll die bestehende Hochstraße in rund 16 Metern Höhe auf bis zu neun Fahrstreifen verbreitert werden und damit fast die doppelte Ausdehnung erhalten. Gleichzeitig ist eine enorme Kapazitätserweiterung geplant, bei der die bisherige Stadtautobahn als Entlastungsstrecke für die A 3 auch für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt wird.
Von diesen Plänen sind über 30.000 Menschen in Duisburg direkt betroffen. Die Autobahntrasse rückt nah an viele Häuser heran, das Asphaltband wird die Stadtteile noch weiter auseinanderreißen und die Umweltbelastungen verstärken.
„Der Ausbau führt durch dicht bebautes Stadtgebiet und darf nur in Tieflage mit abgedecktem Trog, nicht als offene Hochstraße erfolgen. Wichtig ist, dass sich die A 59 in das städtische Wohnumfeld integriert, nicht umgekehrt“, sagt Stadtentwicklungsdezernent Martin Linne. „Die AdB behauptet, dass ein Tunnel zu teuer sei. Dies ist allerdings eine sehr einseitige Budgetbetrachtung, denn ein volkswirtschaftlicher Kostenvergleich hat überhaupt nicht stattgefunden! Dabei gilt: Die Menschen in Duisburg haben ein Recht auf eine A 59 in Tieflage mit ‚Deckel‘.“
Schon 2018 hat die Stadt Duisburg mit einer Machbarkeitsstudie belegt, dass eine Troglösung machbar ist. Die Autobahn GmbH hat allerdings nie diese Variante ganzheitlich prüfen lassen und lässt in ihrer Argumentation volkswirtschaftliche Folgekosten weitgehend außen vor.
Im Planfeststellungsverfahren gab es bereits 1400 Einwendungen, eine zweite geänderte Offenlage läuft aktuell.






















