Kalkar. Die Kalkarer Mühle öffnet am Pfingstmontag, 25. Mai 2026, ihre Türen für ein besonderes Jubiläum: Am Deutschen Mühlentag feiert der Verein Kalkarer Mühle am Hanselaerer Tor e.V. das 30-jährige Jubiläum der Wiederinbetriebnahme der historischen Windmühle. Besucherinnen und Besucher erwartet ein stimmungsvolles, familienfreundliches Fest rund um eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt Kalkar.
Bereits am Morgen beginnt der Mühlentag mit einem gemeinsamen Frühstück im Mühlenrestaurant. Es folgen ein Kindergottesdienst im Bruderschafts- und Gildenraum sowie ein Pfingstgottesdienst im Garten des Seniorenzentrums St. Nikolaus. Um 12 Uhr startet der offizielle Festakt mit Ansprachen und der feierlichen Eröffnung des Mühlenfestes.
Im Anschluss verwandelt sich das Gelände rund um die Mühle in einen lebendigen Treffpunkt für Familien, Mühlenfreunde und Kulturinteressierte. Zahlreiche Angebote und Mitmachaktionen laden große und kleine Gäste dazu ein, die Geschichte und Technik der Mühle hautnah zu erleben. Besucher können die imposante Windmühle besichtigen, Schmiedearbeiten kennenlernen, in der Holzwerkstatt kreativ werden oder weitere traditionelle Handwerke entdecken. Für Kinder gibt es unter anderem eine Hüpfburg und weitere Mitmachangebote.
Auch kulinarisch hat das Mühlenfest einiges zu bieten: Neben Kuchen, Brot aus dem Backhaus, Spezialitäten vom Grill und Flammkuchen sorgt das Mühlenrestaurant mit seiner Tageskarte für Genuss in besonderer Atmosphäre. Dazu gibt es frisch gezapftes Mühlenbier und Live-Musik der Band „Recall“ aus Goch.
Das Jubiläumsfest steht zugleich für einen wichtigen Neuanfang der Kalkarer Mühle. Nach mehreren Jahren des Stillstands konnte die Mühle mit Unterstützung der NRW-Stiftung umfassend instandgesetzt werden. Insbesondere notwendige Arbeiten am Flügelkreuz und an den Mühlenruten wurden bis Herbst 2024 abgeschlossen. Kurz vor dem Jubiläum musste zudem ein Problem an der Flügelwelle behoben werden, damit die historische Technik wieder sicher und zuverlässig funktioniert. Dank des Engagements der ehrenamtlichen Müller sowie der kurzfristigen Unterstützung eines niederländischen Mühlenbauers konnte auch diese Herausforderung gemeistert werden.
Die Förderung durch die NRW-Stiftung spielte dabei eine entscheidende Rolle. Sie unterstützte die Erhaltung und Instandsetzung des bedeutenden Baudenkmals und trug so dazu bei, dass die Kalkarer Mühle heute wieder in neuem Glanz erstrahlt und als lebendiger Ort der Begegnung, Kultur und Tradition genutzt werden kann.
Die Geschichte der Kalkarer Mühle reicht bis ins Jahr 1770 zurück. Damals wurde das baufällige Hanselaer Tor, die ehemalige Ostpforte der Stadt Kalkar, abgetragen. Der französische Lederfabrikant Guerin nutzte die Steine des Tores, um in unmittelbarer Nähe eine Lohmühle zu errichten. In der mächtigen Windmühle wurde zunächst Eichenrinde für die Ledergerbung gemahlen. Später entwickelte sich die Mühle zu einer Getreidemühle und prägte über Generationen das Stadtbild.
Mit einer Höhe von mehr als 27 Metern gilt die Kalkarer Mühle als eine der höchsten Windmühlen am Niederrhein. Gemeinsam mit der angrenzenden Scheune und dem ehemaligen Müllerhaus bildet sie ein denkmalgeschütztes Ensemble, das 1985 in die Denkmalliste eingetragen wurde. Mitte der 1990er Jahre wurden Scheune und Windmühle umfassend restauriert und 1996 als Gaststätte und historische Mühle wieder in Betrieb genommen.
Heute ist die Kalkarer Mühle weit mehr als nur ein technisches Denkmal. Sie ist ein Ort gelebter Geschichte, ehrenamtlichen Engagements und niederrheinischer Tradition. Genau das soll beim großen Mühlenfest spürbar werden. Der Verein Kalkarer Mühle am Hanselaerer Tor e.V. lädt deshalb alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus der gesamten Region herzlich ein, gemeinsam zu feiern, die besondere Atmosphäre rund um die historische Windmühle zu genießen und einen Blick hinter die Kulissen dieses außergewöhnlichen Bauwerks zu werfen.
Das Mühlenfest beginnt am Pfingstmontag um 9.30 Uhr und endet gegen 17 Uhr. Der Eintritt zu den Angeboten auf dem Festgelände ist frei. Weitere Informationen unter www.kalkarer-muehle.de.



















