Das Moerser Rathaus (Foto: Frank Wichmann)
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Moers. Die aktuelle Berichterstattung zur geplanten Flüchtlingsunterkunft am Länglingsweg in Moers-Schwafheim bestätigt aus Sicht der FDP-Fraktion die Notwendigkeit, das Projekt umfassend neu zu bewerten. Bereits im November 2025 hatte die FDP als einzige Fraktion einen entsprechenden Antrag eingebracht, der eine Aktualisierung der Planungen auf Basis neuer Zahlen und Kosten forderte. Ratsherr Dietmar Meier begrüßt, dass inzwischen auch andere Fraktionen erkennen, dass man nicht einfach mit einer Beschlusslage aus dem Jahr 2023 weitermachen könne. Allerdings sei der FDP-Antrag bislang nicht zur Abstimmung gestellt und von der CDU-geführten Verwaltung keine Vorlage erstellt worden.

Der ursprüngliche Baubeschluss stammt aus einer Zeit, in der die Stadt kurzfristig Kapazitäten schaffen musste. Seither haben sich die Bedingungen jedoch massiv verändert: Das Projekt verzögerte sich durch Bürgerproteste, Gerichtsverfahren und archäologische Untersuchungen. Zudem drohen die Kosten zu explodieren, da die veranschlagten 11 Millionen Euro voraussichtlich nicht ausreichen werden. Bevor weitere Haushaltsmittel gebunden werden, fordert die FDP eine transparente Entscheidungsgrundlage, die eine aktuelle Bedarfsprognose, eine vollständige Kostenübersicht sowie einen Vergleich mit alternativen Unterbringungsformen beinhaltet. Fraktionsvorsitzender Martin Borges betont, dass die Stadt finanziell massiv unter Druck stehe und genau prüfen müsse, ob ein Projekt dieser Größenordnung noch erforderlich, wirtschaftlich vertretbar und politisch verantwortbar ist.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Rainer Döge warnt zudem davor, die Kommunen dauerhaft als Reparaturbetriebe einer verfehlten Bundespolitik zu nutzen. Er fordert eine echte Migrationswende und nimmt die CDU in die Pflicht: Wer auf Bundes-, Landes- und europäischer Ebene Verantwortung trage, müsse mehr liefern als bloße Ankündigungen. Als Alternative zum Großprojekt in Schwafheim plädiert die FDP für kleinere, dezentrale und flexible Modelle wie modulare Lösungen, die Nutzung vorhandener Immobilien oder Konzepte, die stärker mit dem geförderten Wohnraum verknüpft sind. Abschließend sieht sich die FDP in ihrer Vorreiterrolle bestätigt. Die Bürgerinnen und Bürger hätten ein Recht auf Transparenz bei Kosten, Bedarf und Alternativen. Statt weiter zu taktieren, müsse nun endlich gehandelt werden.

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