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Moers. Die geplante Flüchtlingsunterkunft in Schwafheim beschäftigt aktuell nach den neuen Bewertungen der FDP-Fraktion im letzten Herbst und den Statements aus den letzten beiden Wochen eines CDU-Ratsherren und der grünen Fraktion sowie einer Meldung über einen Kompromissvorschlag seitens der Mehrheitskoalition aus CDU und SPD wieder viele Bürgerinnen und Bürger. Allein gestern und heute erhielt die LokalKlick-Redaktion drei Leserbriefe zu dieser Thematik:

 

Mit Interesse verfolge ich alle Artikel über die geplante Flüchtlingsunterkunft in Moers Schwafheim. Ich stehe voll zur Aussage von CDU und FDP, dass die geplante Unterkunft mittlerweile in dieser Form, Größe, Standort und den Kosten zur Errichtung vollkommen außer Frage steht.

Als ich heute den Artikel über und von den Grünen gelesen habe, konnte ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Realitätsfremder geht es nicht mehr. Dazu noch die Annahme von einigen, dass man mit der Restsumme plus eventuell 1 Millionen Euro auskommt, ist ein Wunschtraum.

Die finanzielle Lage der Stadt Moers ist ja doch sehr desolat und daher denke ich, dass wir erstmal unsere Schulden in den Griff bekommen, bevor die Stadt in ein Objekt investiert, welches Moers noch mehr in die Miesen treibt. Ich kann auch nicht nur im Delikatessenladen einkaufen, sondern meistens im normalen Supermarkt.

Nennt man glaub ich: Über die Verhältnisse leben. Sollten einige Ratsmitglieder mal verinnerlichen. Dazu kommt ja auch, dass wir hier auch einige Projekte haben (z.B. neue Feuerwache), die wir dringend brauchen.

So wie ich hörte, waren ja einige Parteien nicht dazu bereit, andere Ideen und Vorschläge zu akzeptieren, die deutlich günstiger und vorteilhafter wären.

Ich hoffe, dass diese Baumaßnahme nochmal gründlich überdacht wird.

Ein Leserbrief von Susanne Kealey, Moers

 


Mit großem Unverständnis habe ich den gemeinsamen Antrag von CDU und SPD zur Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft am Länglingsweg in Schwafheim verfolgt.

Dabei geht es mir ausdrücklich nicht um die Frage, ob Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, menschenwürdig untergebracht werden müssen. Das steht für mich außer Frage. Die eigentliche Frage lautet jedoch, ob die Stadt Moers mit diesem Projekt den richtigen Weg einschlägt.

Die finanzielle Situation der Stadt ist seit Jahren angespannt. Gleichzeitig werden Bürger immer wieder mit steigenden Gebühren, Abgaben und Sparmaßnahmen konfrontiert. Vor diesem Hintergrund erscheint es vielen Einwohnern nur schwer nachvollziehbar, dass ein weiteres kostenintensives Bauprojekt auf den Weg gebracht werden soll, ohne dass die langfristigen finanziellen Folgen transparent dargestellt werden.

Besonders kritisch sehe ich die geplante abschnittsweise Umsetzung. Zwar wird aktuell von einer Unterkunft für 85 Personen gesprochen. Gleichzeitig sollen jedoch bereits jetzt die Voraussetzungen für eine spätere Erweiterung geschaffen werden. Viele Bürger fragen sich daher, ob tatsächlich nur 85 Plätze geplant sind oder ob dies lediglich der erste Schritt eines deutlich größeren Projekts ist.

Noch problematischer ist aus meiner Sicht der Eindruck, dass die Sorgen der Anwohner zwar angehört, letztlich aber nicht ausreichend berücksichtigt werden. In Schwafheim haben zahlreiche Bürger ihre Bedenken geäußert. Dennoch scheint die politische Entscheidung bereits gefallen zu sein. Wer Bürgerbeteiligung ernst nimmt, sollte nicht nur informieren, sondern auch bereit sein, Entscheidungen zu überdenken.

Vertrauen in die Politik entsteht nicht dadurch, dass Beschlüsse möglichst schnell umgesetzt werden. Vertrauen entsteht durch Transparenz, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, Kritik ernst zu nehmen. Genau daran fehlt es vielen Bürgern derzeit.

Ich wünsche mir deshalb, dass Rat und Verwaltung das Vorhaben noch einmal ergebnisoffen prüfen, sämtliche Kosten offenlegen und die Interessen der betroffenen Bürger stärker berücksichtigen.

Ein Leserbrief von Dennis Schwarz, Moers

 


Es ist in keinster Weise nachvollziehbar, dass noch immer über diese Unterkunft nachgedacht wird.

Ich denke, unsere Politiker sind ihren Wählern was schuldig. Die Politikerverdrossenheit ist schon sehr groß und das Vertrauen ist vollkommen verschwunden. Es wurden zu diesem Thema sehr viele Alternativen aufgezeigt, die völlig ignoriert werden. Bei diesen hohen Schulden der Stadt Moers, wäre es den Bürgern gegenüber, unverantwortlich an diesem Projekt festzuhalten.

Ein Leserbrief von Ellen Linskens, Moers

 


Anmerkung der Redaktion: Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion veröffentlicht keine anonymen Leserbriefe und behält sich Kürzungen vor.

InfoKlick: leserbriefe@lokalklick.eu

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