(Foto: Susanne Tyll)
Anzeigen

Krefeld. Christiane Gillissen sitzt im Rollstuhl und besucht mit ihrer Mutter Brigitte seit vielen Jahren regelmäßig die Montagslesungen vor der Uerdinger Bücherei. Die Montagslesungen sind ihr eine große Bereicherung. Sie hört viele der Bücher, aus denen montags vorgelesen wird, im Nachgang als Hörbuch. Dadurch hatte sie die Idee, eine inklusive Lese-Bank für den Stadtteil bauen zu lassen, um für Lesen im öffentlichen Raum zu werben.

Am Pfingstsamstag wurde die inklusive Lese-Bank im Beisein von 33 Besucher/innen auf der Oberstraße, an der Laterne gegenüber dem Pfarrzentrum St. Nikolaus. eingeweiht und übergeben. Susanne Tyll vom Arbeitskreis „Erhalt Bücherei Uerdingen“ begrüßte die Anwesenden und bedankte sich bei Christiane Gillissen und allen Unterstützer/innen der Bankfinanzierung und -erstellung. Angelika Fehmer, früher: Lebenshilfe Krefeld e.V., las eigene Texte zur Bedeutung und Geschichte von Sitzbänken und eine „Bankgeschichte“ aus „Das Labyrinth der Wörter“ von Marie-Sabine Roger. Norbert Sinofzik verlas anlässlich des Geburtstages des Grundgesetzes zum Abschluss die Artikel 1 und 3 des Grundgesetzes.

Mit der Erstellung beauftragt wurde über Gudrun Höddinghaus die Kulturschmelze e.V., ein in Uerdingen ansässiger Verein für inklusive Kunst und Kulturprojekte. Vorbild war die ebenfalls von der Kulturschmelze e.V. gebaute, bereits in Uerdingen aufgestellte inklusive Bank aus dem Jahr 2021. Menschen mit und ohne Behinderung haben die „inklusive Lese-Bank“ entworfen und gebaut, um einen barrierefreien Treffpunkt in Uerdingen zu schaffen und die Themen Inklusion und Teilhabe, sowie die Bedarfe und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung im Stadtteil stärker in den Blick zu nehmen. Die Besonderheit der inklusiven Lese-Bank, die sie zu einem barrierefreien Ort für Menschen macht, die einen Rollstuhl oder Rollator benötigen – oder auch einen Kinderwagen nutzen -, zeigt sich in einer mittigen Aussparung (mit Eulenmotiv) der Bank. Diese Aussparung bietet Platz, einen Menschen mit Rollstuhl / oder einen Kinderwagen in die Mitte, also in die Mitte der Gemeinschaft nehmen zu können, während Menschen ohne Hilfsmittel auf den seitlichen Sitzflächen Platz nehmen können. Durch den Winkel zwischen den beiden Sitzflächen wird das gemeinsame „in der Runde sitzen“ durch einander Anschauen ermöglicht. So werden Teilhabe und Inklusion auf Augenhöhe lebbar.

Finanziert wurde die Bank von Christiane Gillissen und auch über den Fördertopf „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“ des Landes NRW, der für Krefeld über die Stadt ausgeschrieben und nach Antragstellung vergeben wurde. Das Holz für die Bank wurde von Holz Roeren gespendet. Nach Beendigung der Baustelle Herberzhäuser soll die Bank ihren Platz gegenüber der Uerdinger Bücherei finden.

Die inklusive Lese-Bank mit dem Eulenmotiv in der Mitte, das auch am Balkon der Uerdinger Bücherei hängt, kann von allen Uerdinger/innen und Gästen gerne genutzt werden, zum Lesen, Vorlesen und Verweilen.

Beitrag drucken
Anzeigen