
Rhein-Kreis Neuss/Kaarst. Wie geht es nach der Schule weiter? Welche Unternehmen bieten zum Beispiel Praktika an, um in den Berufsalltag hineinzuschnuppern? Zu diesen Themen hat die Martinusschule Kaarst jetzt zum fünften Mal einen Berufsorientierungsmarkt organisiert. Für das Team der Förderschule des Rhein-Kreises Neuss mit den Förderschwerpunkten Lernen sowie Emotionale & Soziale Entwicklung hat der Markt nicht das Format einer klassischen Ausbildungsmesse, sondern dient vor allem dem Austausch.
Schulleiterin Mona Uerscheln und Thomas Schwarz vom Berufsorientierungsbüro betonen: „Der Netzwerkgedanke steht im Mittelpunkt. So entdecken die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10 bei diesem Format vielfältige Perspektiven für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg.“ Als Gast nahm die Jahrgangsstufe 9 der Neusser Herbert-Karrenberg-Schule, einer weiteren Förderschule des Rhein-Kreises Neuss, an der Veranstaltung teil.
Rund die Hälfte der diesjährigen Aussteller waren zum ersten Mal dabei. Unter den Teilnehmenden waren Unternehmen, soziale Einrichtungen, erstmals auch ein Berufskolleg sowie der Internationale Bund mit seiner Sparte „Freiwilligendienste Niederrhein“. Das Spektrum reicht von Praktikumsangeboten bis zu Hinweisen auf Anschlussmöglichkeiten nach der Schulzeit. Die Firma Kifel Service aus Kaarst und die Martinusschule wollen demnächst eine offizielle Schulpatenschaftsvereinbarung unterzeichnen. Dies bedeutet, dass die Firma regelmäßig Schülerinnen und Schülern ein Praktikum anbietet und an der Netzwerkveranstaltung teilnimmt. Das Portfolio des Unternehmens umfasst Gebäudereinigung, Hausmeisterservice und Winterdienste sowie Dienstleistungen im Sicherheitsbereich.
Die Gemeinnützige Beschäftigungsförderungsgesellschaft (bfg) des Rhein-Kreises informierte über die Vielfalt der Pflegeberufe. Mitarbeiter Peter Buik zeigte sich positiv überrascht über die zahlreichen Fragen und Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern. Wichtig sei, „dass wir Schülern, egal welcher Altersstruktur, erklären konnten, was es überhaupt an Pflegeberufen gibt“. Sein Fazit spiegelt das wider, was die Aussteller und Praktikumsbetriebe allesamt auszeichnet: Sie begleiten „aus Leidenschaft“ junge Leute in den Beruf. Für Anijsa aus der Klasse 7 beginnt nach den Sommerferien in der Klasse 8 die Berufsorientierung, unter anderem mit dem ersten Praktikum über zwei Wochen. Sie möchte Journalistin werden und sagt: „Ich finde es interessant, dass viele junge Leute, die in den Unternehmen arbeiten, gekommen sind, um ihre Berufe zu präsentieren. Man lernt daraus.“
Organisiert wurde der Berufsorientierungsmarkt von Thomas Schwarz, der das Berufsorientierungsbüro an der Schule leitet. Schulleiterin Mona Uerscheln lobt das enorme Engagement der Betriebe, die den Schülern ermöglichen, auf Tuchfühlung mit der Arbeitswelt zu gehen. Die Martinusschule Kaarst wurde im Jahr 2024 als einzige Förderschule im Rhein-Kreis Neuss erneut mit dem Berufswahlsiegel ausgezeichnet.


















